Umfrage: So wird das neue Jahr 2021

Über 600 Schweinehalter haben an der SUS-Umfrage teilgenommen. Der Blick auf 2021 bleibt skeptisch.

Für die Schweinehalter war 2020 ein Jahr der Extreme. So hervorragend das Jahr für die Ferkelerzeuger und die Mäster wirtschaftlich begonnen hat, so niederschmetternd ging es zu Ende. Doch wie geht es weiter? Wann wird die aktuelle Preis- und Absatzkrise überwunden sein und bekommen wir im neuen Jahr die ASP in den Griff? Wie läuft die Umstellung auf alternative Verfahren zur betäubungslosen Kastration und gibt es konkrete Pläne, den Stall nach neuer Haltungs-VO umzubauen? Über 600 Schweinehalter haben uns ihre Einschätzung mitgeteilt. Dafür ein herzliches Dankeschön!

Wann erholen sich die Preise?

In der zweiten Jahreshälfte 2020 wurden deutlich mehr Sauen geschlachtet als ein Jahr zuvor. Deshalb gehen viele davon aus, dass in der zweiten Jahreshälfte 2021 Schweine fehlen werden und es zu einer deutlichen Preiserholung kommt. Dies glauben rund 55 % der Befragten (siehe Übersicht). Nur 14 % der Teilnehmer gehen davon aus, dass die Preiserholung bereits im Frühjahr einsetzen wird. Knapp ein Drittel der Befragten befürchtet, dass sich die tiefen Preise festsetzen. Preiserholungen verbinden sie u.a. mit Schweinefleischexporten, die erst wieder möglich sein müssten. Dies setzt voraus, dass die Chinesen in den kommenden Monaten das sogenannte Regionalisierungskonzept anerkennen. Daran glauben aber nur wenige Schweinehalter.

Über die Hälfte der Befragten glaubt, dass sich die Preise in der zweiten Jahreshälfte erholen. (Bildquelle: SUS)

ASP bei Wildschweinen

Unsere zweite Frage zielte auf die Afrikanische Schweinepest ab. Wünschenswert wäre, dass wir die Seuche im Laufe des neuen Jahres in den Griff bekommen, d.h. die ASP in den Kernzonen bleibt und sich die Seuche totläuft. Daran glauben etwa 40 % der Befragten. Die Option, dass Deutschland die ASP kurzfristig in den Griff bekommt, kreuzten lediglich 28 von knapp 600 Teilnehmern an. Die Mehrheit befürchtet, dass die ASP zum Dauerproblem werden könnte und Deutschland frühestens 2024 den Status ASP-frei wiedererlangt.

Wird 2021 weiter kastriert?

Ab 1.1.2021 sind die Schweinehalter verpflichtet, auf eine Alternative zur betäubungslosen Kastration umzusteigen. 13 % der Befragten gab an, dass in der Produktionskette nicht mehr kastriert wird, d.h. geimpfte oder aktive Eber gemästet werden. Etwa zwei Drittel will unter Narkose weiter kastrieren. Die meisten wollen die Isoflurannarkose einsetzen. Da es aber auch Vorbehalte gegenüber dem Narkosegas gibt, ziehen es über 100 von knapp 600 Teilnehmern vor, die Ferkel durch den Tierarzt per Spritze betäuben zu lassen. Auffällig ist, dass selbst zwei Wochen vor dem Stichtag viele noch unschlüssig waren. Einige meinten, dass die Immunokastration ein gangbarer Weg ist, wenn der Absatz der geimpften Eber vertraglich abgesichert werden kann.

Neue Haltungs-VO umsetzen?

Trotz der neuen Anforderungen an die Haltungsbedingungen werden wir nicht umbauen. Diese Antwort gab knapp ein Drittel der Befragten (siehe Übersicht). Viele von ihnen scheuen neuerliche Investitionen und wollen ihre Produktion auslaufen lassen. Wobei der Zeitpunkt unbestimmt ist. Andere hingegen planen bereits konkret. Diese Gruppe umfasst etwa jeden dritten Teilnehmer der Umfrage. Etwa genauso viele Teilnehmer haben sich noch nicht konkret mit dem Thema befasst. Denn es fehlen die Ausführungshinweise oder sie befürchten Probleme bei der Baugenehmigung und warten erst einmal ab. Damit verknüpfen sie die Hoffnung, dass die Politik Wege findet, den Zielkonflikt zwischen Tier- und Umweltschutz zu lösen.

Ein Drittel der Befragten plant bereits heute den Umbau der Ställe. (Bildquelle: SUS)