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Ferkelkastration: Nicht von den Dänen überholen lassen!

Niggemeyer
Dr. Heinrich Niggemeyer, Chefredakteur SUS

Der dänische Landwirtschaftsminister Esben Lunde Larsen möchte seinen Landwirten erlauben, die Ferkelbetäubung selbst vorzunehmen. Dies hat er in der letzten Woche verkündet. Beschlossen ist es aber noch nicht.  
Warum regt man sich hierüber auf? Weil die Ferkelbetäubung eigentlich ein deutsches Thema ist: Nicht Dänemark, sondern Deutschland verbietet ab 2019 die betäubungslose Ferkelkastration! Und ein gangbarer Weg, wie nach dem Verbot die Kastration unter Narkose zu erfolgen hat, zeichnet sich bei uns noch nicht ab. Weder die von vielen favorisierte Lokalanästhesie noch die Inhalationsnarkose mit Isofluran haben bei uns eine Zulassung bzw. sind vom Landwirt anwendbar.
Die Dänen haben begriffen, dass es höchste Zeit ist, an einer Lösung zu arbeiten. Schließlich wollen sie weiterhin jährlich 6. Mio. Ferkel und mehr nach Deutschland exportieren. Und ihnen ist klar, dass die Deutschen nach 2018 vehement gleiche Voraussetzungen für Importferkel einfordern werden.  
Um den auf Export ausgerichteten Sauenhalter zu helfen, sollen in Dänemark die gesetzlichen Voraussetzungen für ein wirtschaftlich vertretbares Betäubungsverfahren ohne Tierarztvorbehalt auf den Weg gebracht werden. Auch wenn sich die Dänen noch nicht festgelegt haben, welches Verfahren das sein wird. In Deutschland hingegen bewegt sich diesbezüglich wenig. Dabei sollte allen klar sein, dass viel auf dem Spiel steht, wenn die Ferkelbetäubung zur Kastration nicht vom Sauenhalter selbst durchgeführt werden kann.  
Übrigens: Bei einem verschärften Strukturwandel in der deutschen Sauenhaltung würden die Dänen gern einspringen und ihre Ferkelexporte nach Deutschland weiter hochschrauben.   
 
Dänische Sauenhalter sollen Ferkel selbst betäuben dürfen (08.09.2017)
 
 

Schlagworte

Ferkelbetäubung, Dänen, dänische, Sauenhalter, Ferkelkastration, Kastration, Voraussetzungen, Isofluran, Narkose, Ferkel

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