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ASP-Ausbruch würde Milliarden kosten

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Ein ASP-Ausbruch würde auch wegen der Sanierung betroffener Betriebe mehrere Milliarden Euro kosten. Bild: Heil

Nach dem die Gefahr durch einen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bereits seit Monaten die Schlagzeilen der Fachmedien bestimmt, sind jetzt unter anderem auch die Zeitungen „Die Welt“ und „Bild“ auf das brisante Thema aufmerksam geworden. Sie berichten von den zahlreichen Seuchenausbrüchen und den teils drastischen Seuchenschutz-Maßnahmen, die dort ergriffen werden. So bekommen in Polen Jäger auf Anordnung des Ministerpräsidenten Andrzej Duda bis zu sechs Tage bezahlten Sonderurlaub, wenn sie diesen zur Wildschweinjagd nutzen. In Tschechien legen sich nachts Scharfschützen der Polizei auf die Lauer.
Hinter all dem steht die Angst vor massiven wirtschaftlichen Schäden für die Schweinebranche. So erklärte DBV-Generalsekretär Bernhard Krüsken gegenüber der "Süddeutschen Zeitung", dass der wichtige Export im Falle eines ASP-Ausbruches in Deutschland sofort zum Erliegen kommt und die Preise drastisch fallen. Die möglichen Schäden für die deutsche Landwirtschaft beziffert Krüsken auf zwei bis drei Milliarden Euro pro Jahr. Rechne man die Kosten für die Seuchenbekämpfung und die gesamte Ernährungsbranche hinzu, würde man schnell in den zweistelligen Milliardenbereich kommen.
Denn wenn der Ausbruch der ASP in einem Betrieb amtlich festgestellt worden ist, müssen alle Schweine sofort getötet und korrekt beseitigt werden. Dafür gibt es eine finanzielle Entschädigung aus dem staatlichen Tierseuchenfonds. Die lag nach Angaben des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) beim letzten Seuchenzug in NRW vor mehr als zehn Jahren bei knapp 190 € pro gekeultem Schwein. Darin enthalten sind die Kosten für das Töten, das Reinigen und Desinfizieren sowie die Tierkörperbeseitigung. Noch nicht berücksichtigt sind die Ausgaben für Reinigung und den Wiederaufbau des Bestandes. Insbesondere in größeren Sauenbetrieben können dafür Kosten im hohen sechsstelligen Bereich entstehen. Auch für Schweinehalter, die mit ihrem gesunden Bestand in einer Lieferverbotszone liegen, wird es schnell sehr teuer. Zudem erhalten sie für Mehrkosten keine Entschädigung, es sei denn sie haben eine teure private Tierseuchenversicherung abgeschlossen.

Schlagworte

ASP, Ausbruch, kosten, Entschädigung, Krüsken, Mehrkosten

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