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Diskussionen um den Braten - wie künftig produzieren?

Braten
Artgerecht, umweltneutral und günstig - so hätten es die Deutschen am liebsten. Foto: Heil

Unter dem Titel "Die Ethik der Schinkenstulle: Standpunkte der Nutztierhaltung" hat der Tagesspiegel zu einem Fachforum Landwirtschaft eingeladen. Rund 150 Branchenvertreter und Kritiker diskutierten, wie Nutztiere gehalten werden sollen. Philipp Schulze-Esking von der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) betonte, dass Nutztierhaltung auch dem Landwirt nutzen müsse. „Wenn Landwirte aufgeben und Fleisch aus Ländern mit geringeren Standards importiert wird, haben wir für das Tierwohl wenig erreicht.“

Der Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Werner Schwarz, machte auf die Probleme der Landwirte mit Baugenehmigungen und dem Spagat zwischen Tierwohl und der Reduktion von Emissionen aufmerksam. „In geschlossenen Ställen können Emissionen gefiltert werden. In Offenställen geht das nicht“, sagte er. Dennoch hob er die Bereitschaft der Landwirte heraus, ihre Produktion zu verändern, wenn der gesetzliche Rahmen es erlaube.

Der Widerspruch Tierschutz und Umwelt lasse sich bei gutem Willen weitgehend auflösen, urteilte dagegen Martin Hofstetter von Greenpeace. Der Widerspruch von günstigem Fleisch und Tierschutz dagegen wohl kaum. Die Preissteigerung bei Butter habe deutlich gezeigt, dass die Verbraucher ein Produkt weiter kaufen, auch wenn es teurer wird.

Prof. Flokhard Isermeyer ist der Meinung, dass man dem Verbraucher nicht alles aufbürden solle, sondern vor allem die Produzenten gefordert seien. Durch die Initiative Tierwohl kämen 100 Millionen Euro zusammen. „Wenn wir das System grundlegend ändern wollten, bräuchte es Milliarden.“ Der Präsident des Thünen-Instituts forderte bis Ende 2018 Klarheit, wie der Stall der Zukunft aussehen solle. Auch plädierte er für eine Art Fleischsteuer, um den Umbau der Tierhaltung finanzieren zu können.

Alle Redner waren sich einig, dass bei den Diskussionen um die Zukunft der deutschen Nutztierhaltung die Rolle des Handels zu wenig berücksichtigt werde. Dieser nutze längst nicht alle Spielräume, um den Konsum zu steuern. Dafür müsse der Druck erhöht werden, auch von Seiten der Politik, die aber laut Isermeyer derzeit den großen Wurf scheue.

Das Fachforum des Tagesspiegels wurde unterstützt von dem Bundesverband Rind und Schwein (BRS), dem Deutschen Bauernverband (DBV), der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG), der Interessengemeinschaft der Schweinhalter Deutschlands (ISN) und dem Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG).

 

 

Schlagworte

Nutztierhaltung, Landwirtschaft, Fachforum, Diskussionen, Braten, Isermeyer, Widerspruch, Emissionen, Landwirt, Tierhaltung

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