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Mast: Bessere Leistungen durch Lebendhefen?

In einem Versuch wurde getestet, ob der Einsatz von Lebendhefen die Darmgesundheit fördert und die biologischen Leistungen steigert.

Der Einsatz von Lebendhefen im Mastfutter verursacht zusätzliche Kosten. Allerdings lassen sich dadurch auch die Leistungen steigern.

Mikroorganismen können die Zusammensetzung der Darmflora und damit auch die Darmgesundheit positiv beeinflussen. Lebendhefen zählen zu den Mikroorganismen. Ob ihr Einsatz in der Mast zu empfehlen ist, wurde vom Lehr- und Versuchszentrum (LVZ) Futterkamp geprüft.

Für den Versuch wurden Piétrain-Kreuzungsferkel nach Geschlechtern getrennt in 11er-Buchten aufgestallt. Die Kontroll- und Versuchsgruppe umfassten jeweils 165 Masttiere. Die männlichen Tiere waren nicht kastriert. Die Fütterung erfolgte dreiphasig.

Das Versuchsfutter enthielt im Unterschied zum Kontrollfutter Lebendhefen. Während dem Vormastfutter der Versuchsgruppe 1 kg/t des untersuchten Produktes Actisaf hinzugefügt wurde, waren es in der Mittel- und Endmast jeweils 0,5 kg/t des Produktes. Dies entspricht 1,0 * 1010 koloniebildende Einheiten in der Vormast und jeweils 5,0 * 109 koloniebildende Einheiten pro kg Futter.

Neben den klassischen Leistungsparametern wie Tageszunahme, Futterverbrauch und -verwertung wurden auch die Schlachtkörpermerkmale (AutoFOM) und ökonomische Parameter erhoben und ausgewertet. Hier die wichtigsten Ergebnisse:

  • Durch den Einsatz der Lebendhefen wurden höhere Tageszunahme in der Versuchsgruppe erreicht (888 vs. 912 g). Auch wurden die Futteraufnahme und die -verwertung in der vorliegenden Untersuchung durch den Einsatz von Lebendhefen leicht verbessert.
  • Die Indexpunkte nach AutoFOM waren in beiden Gruppen nahezu identisch (0,995 vs. 0,993). Lediglich das Schulter- und das Bauchgewicht unterschieden sich.
  • Der Erlös je Schwein betrug bei einer Notierung von 1,66 € pro Indexpunkt 156,02 € in der Kontrollgruppe sowie 157,29 € in der Versuchsgruppe.
  • Die Gesamtfutterkosten je Tier lagen mit 55,06 (ohne Hefe) bzw. 56,28 € (mit Hefe) nicht weit auseinander.
  • Die etwas höheren Futterkosten beim Einsatz von Lebendhefen werden durch bessere Erlöse der Schweine ausgeglichen. So betrug der Erlös nach Futterkosten in der Kontrollgruppe 100,96 € je Tier und in der Versuchsgruppe 101,01 € je Schwein.

Fazit: In der Untersuchung konnten die Lebendhefen die biologischen Leistungen in der Mast verbessern. Die höheren Futterkosten konnten durch höhere Erlöse kompensiert werden. Ob weitere positive Effekte auf die Tiergesundheit erzielt werden können, muss im eigenen Betrieb getestet werden. Zu Beginn des Einsatzes muss im Rahmen der Futterproduktion überprüft werden, ob die Lebendhefen den Herstellungsprozess überstehen. Dies begleiten die Hersteller in der Regel gerne.