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Asien: ASP außer Kontrolle

In China weisen viele Schweinebetriebe erhebliche Lücken in der Biosicherheit auf. Das ist im Kampf gegen die ASP fatal.

In China ist ein siebter Fall der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei Hausschweinen bestätigt worden. Wie das Pekinger Landwirtschaftsministerium mitteilte, war diesmal eine Schweinehaltung mit 308 Tieren in einer der östlichen Provinzen betroffen. Bislang mussten im Zuge der Seuchenbekämpfung rund 25.000 Schweine getötet werden. In den betroffenen Regionen wurden die Viehmärkte geschlossen und ein Transportverbot verhängt. Da für viele Schweinehalter in den Sperrbezirken die Keulung ihres Bestandes den finanziellen Ruin bedeuten würde, setzen sich einige über die Verbote hinweg und verkaufen ihre Tiere

Ausländische Experten nehmen an, dass die Seuche bereits lange vor dem offiziellen Erstausbruch im Juni in die chinesischen Schweinebestände eingeschleppt wurde. Die Regierung hält sich mit Informationen zur Infektionslage zurück und hat nun sogar der Presse ein Berichterstattungsverbot auferlegt, um den heimischen Schweinemarkt vor den Auswirkungen negativer Nachrichten zu schützen.

Bei der Seuchenbekämpfung erweist es sich als großes Problem, dass sich die Schweinehaltung in China auf die immer noch weit verbreitete Hinterhofhaltung und die Produktion in hochmodernen Großanlagen aufteilt. Entsprechend driften sowohl die Biosicherheitsstandards als auch die Kenntnisse der Schweinehalter über eine effiziente Seuchenvorbeuge bzw. –bekämpfung in dem Land weit auseinander. Außerdem werden Zuchttiere und Schlachtschweine aufgrund der strukturellen Gegebenheiten tausende Kilometer durchs Land gefahren, was in einem konkreten Fall zu einer Weiterverschleppung der ASP um gleich 2100 km geführt hat.

Nicht nur in der Volksrepublik sondern im gesamtasiatischen Raum wächst nun die Angst, dass die Seuche völlig außer Kontrolle gerät. Das Nachbarland Südkorea weist statistisch gesehen die höchste Schweinedichte in Asien auf. Als Reaktion auf den Fund von ASP-infizierten Schweinefleisch bei zwei chinesischen Flugreisenden, hat die südkoreanische Regierung die Sicherheitsvorkehrungen an sämtlichen Häfen und Flughäfen verschärft. Nordkorea wurde von seiner politischen Führung von der Außenwelt isoliert und ist daher eine große Unbekannte. Niemand weiß, wie viele Schweine dort unter welchen Bedingungen gehalten werden. In den restlichen Teilen Asiens ist, mit Ausnahme von Thailand, die Schweinehaltung auf einem niedrigen Entwicklungsstand und entsprechend anfällig für Seuchenzüge.