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Circovirus betrifft auch Sauen

Lange Zeit wurden die Risiken einer PCV2-Erkrankung bei Sauen vernachlässigt. Doch diese können zu Fruchtbarkeitsstörungen führen.

Bei hohen Umrauschraten und Aborten können auch Circoviren im Spiel sein.

Unter guten Bedingungen ist die Sau weitestgehend immun gegen PCV2 und weist genügend Antikörper auf, die sie nach der Geburt über die Biestmilch an die Ferkel abgibt. Ist der Antikörperspiegel niedrig und werden die Ferkel nur unzureichend mit Antikörpern ausgestattet, steigt das Risiko, eine PCV2-assoziierte Erkrankung zu entwickeln. Deshalb ist es wichtig, auch tragende und säugende Sauen gegen PCV2 zu impfen.

Eine Impfung von Jungsauen ist bereits länger etabliert. Diese Maßnahme während der Quarantäne senkt den PCV2-Eintrag in die Sauenherde. Vor allem aber schützt sie die Jungsauen, wenn diese wenig Viruskontakt hatten. Darüber hinaus kann es in vielen Fällen sinnvoll sein, die komplette Sauenherde regelmäßig nachzuimpfen. Experten empfehlen betriebsindividuell die Impftermine festzulegen - entweder als Bestandsimpfung oder reproduktionsorientiert, z.B. während der Säugephase.

Zum einen geht es darum, die Ferkel optimal zu schützen, wobei die Sauenimpfung nicht die Ferkelimpfung ersetzen kann. Zum anderen äußert sich eine Infektion mit dem porzinen Circovirus Typ 2 meist in Reproduktionsstörungen. In Abhängigkeit vom Infektionszeitpunkt treten unterschiedliche klinische Symptome auf. So kann eine Infektion der Sau im ersten Drittel der Trächtigkeit zum Absterben der Embryos, Umrauschen, Scheinträchtigkeit und kleineren Würfen führen. Bei einer Infektion ab dem 35. Trächtigkeitstag sind Aborte und kleine Würfe mit einem erhöhten Anteil toter, mumifizierter oder lebensschwacher Ferkel sowie verschleppte Geburten die Folge.

Bei PCV2-Problemen im Bestand ist daher der Impfschutz von Ferkeln und Sauen ideal. Auf der Basis der Befunde und der Diagnostik kann der betreuende Hoftierarzt die passende Impfstrategie auswählen.