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Polen: Demo gegen lasche ASP-Bekämpfung

Polen konnte die ASP seit Erstausbruch Anfang 2014 bislang nicht stoppen.

Die Schweinehalter fordern effektivere Mittel zur ASP-Bekämpfung.

Der rund 300 km weite Sprung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) nach Westen trifft die polnische Schweinehaltung ins Mark. So ist die betroffene Region Westpolen das Zentrum der polnischen Schweinehaltung. Der Berufsverband AgroUnia hat daher die Landwirte zum Protest gegen die seit Jahren wenig effektive Bekämpfung der ASP in Polen aufgerufen. Die Demonstrationen sollen heute in mehreren polnischen Städten stattfinden. Die Kernforderungen sind eine effektivere Kontrolle auf ASP sowie die Reform des Jagdgesetztes, um die umfangreichen Wildschweinebestände besser zu kontrollieren.
Die ASP wurde in Westpolen Mitte November erstmals bei einem Wildschwein im Bezirk Lebus festgestellt. Das Tier wurde bei einem Verkehrsunfall getötet und routinemäßig auf ASP untersucht. Mithilfe des Militärs und freiwilliger Helfer wird das Gebiet weiter nach infizierten Wildschweinen durchsucht. Bis heute ist die Zahl der ASP-Wildschweine in der Region auf gut 20 gestiegen. Die Börden haben um die Fundorte eine 5 km-Kernzone eingerichtet, die bereits teilweise durch Zäune abgeschirmt ist. Die geforderte Umzäunung der Beobachtungszone scheitert bisher an den finanziellen Mitteln bzw. an einer Zusage aus Brüssel, wie polnische Medien melden.
Das neue Pest-Gebiet in Westpolen ist nur rund 80 km von Brandenburg entfernt. Die deutschen Schweinehalter fürchten jetzt eine Einschleppung der hochansteckenden Seuche. Das Bundesland hat daher die Maßnahmen zur ASP-Vorsorge verstärkt. So erhalten Jäger, die verendete Wildschweine melden und eine Blutprobe entnehmen, in Kürze eine erhöhte Entschädigung von 50 Euro je Tier.