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Witterung lässt PRRS-Gefahr steigen

In den kalten und nassen Wintermonaten ist die Gefahr eines PRRS-Ausbruches besonders hoch.

Eine PRRS-Infektion verursacht speziell bei Sauen hohe wirtschaftliche Schäden.

Aktuell sind die Schweinebestände wieder besonders durch das Porcine Reproduktive und Respiratorische Syndrom (PRRS) gefährdet. Häufig wird die verlustreiche Erkrankung durch den Zukauf infizierter symptomloser Tiere eingeschleppt. Die jahreszeittypische Witterung mit niedrigen Temperaturen und geringer UV-Strahlung durch die Sonne begünstigt allerdings derzeit massiv auch die Übertragung des Virus über die Luft.

Allein in Deutschland sind ca. 70 – 90 % aller Schweinebetriebe mit dem PRRS-Virus infiziert. Zwar nimmt die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung über die Luft mit zunehmender Entfernung stark ab. Speziell in den viehintensiven Regionen liegen die Betriebe aber oft dicht beisammen. Zudem grassieren in betroffenen Herden nicht selten verschiedene Virusvarianten gleichzeitig. Damit reichen auch die Symptome von schweren Fruchtbarkeitsstörungen bei den Sauen bis hin zu Atemwegsproblematiken in der Aufzucht und Mast. Die wirtschaftlichen Schäden sind häufig immens. So spricht man bei einem Krankheitseinbruch in der Ferkelerzeugung von 100 € bis 200 € pro Sau/Jahr bzw. 5 bis 10 € pro Mastschwein.

Die Ausprägung der Krankheit hängt von mehreren Faktoren ab. Dazu zählt die der allgemeine Gesundheitsstatus des Bestandes bzw. die Anwesenheit von Sekundärerregern die individuellen Eigenschaften des jeweiligen PRRS-Virus. Um einen Bestand bzw. im Besonderen eine Sauenherde zu stabilisieren, sollten die Muttertiere durch regelmäßige Impfungen mit einem Lebendimpfstoff eine belastbare Immunität aufgebaut werden. Ziehen sich die Probleme bis in die Aufzucht bzw. Mast, sind auch die Ferkel in das Impfprogramm einzubeziehen.

Ein weiterer entscheidender Aspekt im PRRS-Geschehen ist die Biosicherheit im Betrieb. Denn das Virus kann auch passiv durch Arbeitskleidung- bzw. -materialien und Schädlinge von PRRS-infizierten Bereichen in PRRS-freie Bereiche eingeschleppt werden. Es gilt also grundlegende Hygienevorschriften, wie die Anwendung des Schwarz-Weiß-Prinzips, eine Hygieneschleuse oder auch eine professionelle Schädlingsbekämpfung im Fokus zu haben.