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Haltung zeigen - jetzt und nach Corona

Heinrich Niggemeyer, SUS-Redaktion

Anfänglich hatten viele Schweinehalter das Gefühl, dass unsere Branche von Corona weitestgehend verschont bleibt. Doch bis Mitte Mai fielen die Erzeugerpreise deutlich und die Stimmung unter den Landwirten wurde zusehends schlechter.

In den USA mussten etliche Schlachthöfe wegen Covid-19 vorübergehend schließen. Dies führte zu Verwerfungen am globalen Schweinemarkt. Hinzu kam die Sorge, dass weitere deutsche Schlachtereien ihre Produktion unterbrechen müssen, weil Mitarbeiter mit Corona infiziert sind.
Wir müssen uns zwar keine Sorgen um fehlende Schlachthaken machen. Doch für die Preisentwicklung bleibt auch in den kommenden Monaten die Coronakrise der entscheidende Faktor. Denn psychologische Effekte sind derzeit wichtiger als Angebot und Nachfrage. Außerdem bleibt die Einschleppgefahr der ASP, die aktuell in Westpolen wütet.
Die Situation ist angespannt, doch die Branche steht enger zusammen als je zuvor. Und wenn Europa den Shutdown lockert, werden Restaurants, Kantinen & Co. wieder Schweinefleisch benötigen. Hinzu kommt die grundsätzlich gute Nachfrage nach Schweinefleisch in Asien. Das wird die Fleischmärkte wieder beleben.

Für die Schweinehalter wird es nach Covid-19 keineswegs einfacher. Denn die Branche braucht dringend mehr gesellschaftliche Akzeptanz und Planungssicherheit. Beides bekommen wir derzeit nicht – zumindest nicht uneingeschränkt. Fortschritte sind nur im ständigen Austausch mit der Gesellschaft und der Politik zu erreichen.

Gut, dass die Gemeinschaft gewachsen ist und immer mehr Landwirte Gesicht zeigen. Ihre Botschaft: Wir verbinden Tierwohl mit der Erzeugung hochwertiger Lebensmittel! Das spürt man in vielen Bereichen.

Diese Bewegung möchte SUS in den kommenden Monaten mit der Kampagne „Haltung zeigen" unterstützen (Seite 21). Gefragt sind klare Botschaften, Bekenntnisse, Herz und Hirn. Das Motto: Wir stehen für eine moderne Schweinehaltung. All das macht in der Summe die so wichtige innere Haltung aus.
Noch bestimmt Corona die Tagesordnung. Doch das sollte uns nicht davon abhalten, über verschiedene Kanäle stärker denn je in die Öffentlichkeit zu drängen – mit interessanten Geschichten, Bildern und mehr.
Unsere Initiative steht jedem offen. Erzähl auch Du Deine persönliche Story! SUS 3-2020