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EU: Preishoch bremst Bestandsabbau aus

Die Bestandsentwicklungen in der EU fielen sehr unterschiedlich aus.

Der Bestandsabbau in der EU hat sich wegen der guten Preise verlangsamt.

Einige Schweinehalter in der Europäischen Union haben offensichtlich auf die guten Preise des vergangenen Jahres reagiert und ihre Bestände wieder aufgestockt. Wie aus vorläufigen Daten des Statistischen Amtes der Europäischen Union (Eurostat) hervorgeht, stieg in nahezu der Hälfte von 25 Ländern, für die bereits Viehzählungsergebnisse aus dem November beziehungsweise Dezember 2019 vorliegen, die Schweinepopulation gegenüber dem Vorjahr an. Da jedoch in einigen größeren Produzentenländern das Gegenteil geschah, war insgesamt gesehen im Vergleich zur Vorjahreserhebung noch ein Rückgang des EU-Schweinebestandes um 658 000 Tiere oder 0,6 % auf 115,79 Mio. Stück zu verzeichnen. Beachtet werden muss, dass neben der Slowakei und Estland noch die Zahlen für Spanien als das schweinereichste EU-Land mit zuletzt mehr als 30 Millionen Tieren fehlen. Sollte sich dort der Bestandsaufbau weiter fortgesetzt haben, dürfte das Gesamtergebnis für die EU nahe am Niveau von Ende 2018 liegen.

In acht der bisher erfassten 25 Länder lag der Schweinebestand insgesamt Ende 2019 mehr oder weniger deutlich unter dem Vorjahresniveau. Dazu zählte Deutschland mit einer Abstockung um 519 000 Tiere oder 2,0 % auf 25,93 Mio. Schweine; das war der niedrigste Wert seit 2000. Um 2,0 % war auch der belgische Schweinebestand rückläufig, und zwar auf 6,09 Mio. Stück. Frankreich verzeichnete eine Abnahme von 1,5 % auf 13,51 Mio. Tiere. Die von der Afrikanischen Schweinepest (ASP) betroffenen Länder Ungarn und Bulgarien wiesen mit 8,3 % auf 2,63 Mio. beziehungsweise 24,9 % auf 492 000 Schweine die höchsten Abstockungsraten auf.

Laut Eurostat blieben die Schweinebestände in den fünf Ländern Italien, Österreich, Tschechien, Griechenland und den Niederlanden gegenüber der Vorjahreserhebung recht stabil. In Dänemark kam es erstmals seit längerem wieder zu einer Zunahme der gehaltenen Tiere, nämlich um 0,7 % auf 12,73 Mio. Stück. In Polen und Großbritannien hatten die Schweinebetriebe im Vorjahresvergleich jeweils 1,7 % mehr Tiere auf dem Hof. Etwas überraschend ist der für Rumänien ausgewiesene Anstieg der Schweinepopulation um 2,7 % auf 4,03 Mio. Tiere, da dieses Land im vergangenen Jahr mit 1 728 bestätigten ASP-Ausbrüchen im Nutztierbestand mit Abstand am meisten in der EU von dieser Tierseuche betroffen war. Die relativ stärksten Zuwächse der Schweineherden wurden mit 4,5 % auf 1,48 Mio. Stück aus Schweden sowie mit 5,6 % auf 1,61 Mio. Tiere aus Irland gemeldet. Die Analysten des dänischen Dachverbandes der Agrar- und Ernährungswirtschaft (L&F) erwarten aufgrund der bisher bekannten Viehzählungsergebnisse ab dem zweiten Quartal 2020 im Vergleich zur Vorjahresperiode eine zunehmende Schweineproduktion in der EU.