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ISN-Versammlung: Den Betrieben fehlt Planungssicherheit!

NRW-Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser stand auf der ISN-Versammlung den Landwirten Rede und Antwort.

Auf der Jahreshauptversammlung der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) in Münster sparte deren erster Vorsitzender Heinrich Dierkes in seiner Begrüßungsrede nicht mit harten Worten. „Die Verlagerung der Schweinehaltung ins Ausland schreitet mit großen Schritten voran“, erklärte Dierkes gegenüber den versammelten Schweinehaltern, Beratern und Verbandsvertretern. Allein innerhalb der letzten sechs Jahren ist der deutsche Sauenbestand um über 220.000 Sauen abgestockt worden, während Spanien in derselben Zeit seinen Bestand um 300.000 Tiere ausgebaut hat. Und die Fülle an Herausforderungen und die mangelnde Planungssicherheit wird diesen Trend weiter verstärken. „Wenn das, was heute die Grundlage meiner Produktion ist, morgen auf einmal so nicht mehr möglich ist, dann ist das keine gute Grundlage für eine Investitionsentscheidung“, so Dierkes weiter.

Wie verunsichert die deutschen Schweinehalter tatsächlich sind, macht auch eine kürzlich stattgefundene ISN-Umfrage unter Schweinemästern deutlich. Von den über 800 befragten Betriebsleitern gaben 31,5 % an, in den kommenden zehn Jahren aus der Produktion aussteigen zu wollen. Schätzungen der ISN wird dies zu einer Reduzierung des Mastschweinebestandes von mehr als 10 % führen.

NRW-Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser bezog derweil in ihrem Vortrag auch Stellung zur Kastrations-Debatte. Sie machte den anwesenden Schweinehaltern klar, dass die Kastration unter lokaler Betäubung als vierte Alternative nicht bis zum Fristende in weniger als zwei Jahren zur Verfügung stehen wird. Daher empfiehlt sie die Kräfte zu bündeln und die bereits vorhandenen Alternativverfahren Ebermast, Eberimpfung und Kastration unter Isofluran-Betäubung zu fördern. Positiv sieht die CDU-Ministerin die Einführung der staatlichen Tierwohlkennzeichnung. Damit der Verbraucher aber nicht weiter verwirrt wird sei es zwingend erforderlich das staatliche Label und die Initiative des Lebensmitteleinzelhandels zusammenzuführen, so Heinen-Esser.