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Sauenhalter demonstrieren am Freitag vor Bundesrat

Die Mitglieder des Bundesrates sollen vor der entscheidenden Sitzung am Freitag angesprochen werden. Für die Sauenhaltung in Deutschland steht viel auf dem Spiel.

Viele Praktiker fragen sich, was aus der Kastenstandhaltung im Deckzentrum wird.

Am Freitag (14.2.) kommt der Bundesrat zur Debatte des Verordnungsentwurfs zur Änderung der Tierschutz-VO zusammen. Viele Ferkelerzeuger fühlen sich von dem Ende Januar vom Agrarausschuss für Agrarpolitik und Verbraucherschutz vorgelegten Entwurf in ihrer Existenz bedroht. Die Mitglieder des Bundesrates sollen bei der Vorfahrt zur Sitzung angesprochen werden, um sie nochmals über die Problematik aufzuklären.

Die Kritikpunkte am Entwurf sind insbesondere:

  • Übergangsfrist: Der Ausschuss für Agrarpolitik und Verbraucherschutz fordert, dass das Magdeburger Urteil, nachdem Sauen ihre Gliedmaßen im Kastenstand uneingeschränkt ausstrecken können müssen, sofort bundesweit umgesetzt werden soll. Ferkelerzeuger plädieren dafür, die ursprünglich geplanten Übergangsfristen in dem neuen Beschluss zu berücksichtigen.
  • Größe der Abferkelbucht: Die nunmehr einheitlich geforderten sieben Quadratmeter uneingeschränkt nutzbare Bodenfläche für Bewegungsbuchten sind aus Sicht vieler Ferkelerzeuger übertrieben bzw. sogar kontraproduktiv. Entscheidend ist aus der Sicht der Praktiker, dass der Bewegungsbereich zur Größe der Sau passen muss.
  • Fixierungsdauer: An der maximalen Fixierungsdauer von fünf Tagen stoßen sich zahlreiche Sauenhalter und verweisen auf Praxiserfahrungen mit Bewegungsbuchten, in denen die Fixierdauer individuell an jede Sau und die Vitalität der Ferkel angepasst werden müsse.

Auch Dr. Dirk Hesse, Geschäftsführer der Bauförderung Landwirtschaft e.V. (BFL), hält die vom Agrarausschuss des Bundestages vorgelegten Änderungen für existenzbedrohend. Damit würden regionale Produkte aus Schweinefleisch in Deutschland bald aus den Regalen verschwinden, ist sich der Wissenschaftler sicher.

Wie die Schweinehaltung in Deutschland erhalten bleiben und der Tierschutz gleichermaßen verbessert werden kann, darüber informiert die BFL im Detail am 14. Februar 2020 von 10 bis 12 Uhr in der Wilhelmstrasse von Berlin - unweit des Deutschen Bundesrates. Neben Fachleuten aus der Tierhaltung, der Tiermedizin und den Firmen der vor- und nachgelagerten Bereiche, welche die ausgearbeiteten Vorschläge erklären, erwartet der Veranstalter auch Landwirte mit Traktoren und Lkw von in der Tierhaltung tätigen BFL-Firmen.

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