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Schweer: Wir brauchen die Lokalanästhesie

Um den Strukturbruch durch die neuen Vorgaben zur Ferkelkastration abzumildern, plädiert Vion-Landwirtschaftsdirektor Dr. Heinz Schweer für die Zulassung der Lokalanästhesie.

Dr. Heinz Schweer von Vion befürchtet durch die neuen Vorgaben zur Ferkelkastration einen massiven Rückgang der Ferkelerzeugung.

Damit sich das Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration nicht zur Strukturkeule für die deutschen Schweinehalter entwickelt, plädiert der Direktor Landwirtschaft der Vion Food Group, Dr. Heinz Schweer, für die Zulassung von Verfahren zur Lokalanästhesie. „Anderenfalls ist zu erwarten, dass insbesondere die kleineren Ferkelerzeuger aufgeben werden und die Ferkelerzeugung in angrenzende EU-Staaten abwandern wird, wo es bisher kein Verbot gibt und andere Betäubungsverfahren wie die Lokalanästhesie zugelassen sind“, gibt der Direktor Landwirtschaft der Vion Food Group zu bedenken.

Sehr wahrscheinlich werde auch mehr Schweinefleisch aus anderen EU-Ländern bezogen, wenn es in Deutschland bei einem einzigen zugelassenen Betäubungsverfahren bleiben sollte, so Schweer. Als Mittler zwischen Landwirtschaft und Fleischkunden akzeptiere Vion alle drei Methoden, die aktuell für die Landwirte in Deutschland zur Verfügung stünden - also Ebermast, Immunokastration und Betäubung mit Isofluran.

Man sehe aber auch die eingeschränkten Absatzmöglichkeiten für Eberfleisch. Viele nationale und internationale Kunden lehnten das Fleisch von Ebern aufgrund seiner spezifischen Eigenschaften ab. Gleiches gelte auch für Improvac-Eberfleisch. Mit Eberfleisch ließen sich keine Traditionsprodukte wie Rohschinken und Rohwurst herstellen. Auch traditionelle Absatzmärkte in Nachbarländern könnten nicht mit Eberfleisch bedient werden, stellt der Vion-Manager fest. Über die EU-Grenzen hinaus seien die Absatzmöglichkeiten ebenfalls sehr begrenzt. Somit werde ab 2021 auch die betäubte Ferkelkastration das dominierende Verfahren bleiben. AgE