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Tönnies: Streit könnte im Unternehmensverkauf gipfeln

Clemens Tönnies steckt in einem schweren Rechtsstreit mit seinem Neffen Robert Tönnies. Sogar ein Unternehmensverkauf steht im Raum.

Der Familienstreit an der Spitze von Deutschlands größtem Schlachtunternehmen Tönnies aus Rheda-Wiedenbrück nimmt immer schärfere Züge an. So fordert Robert Tönnies von seinem Onkel und Konzernchef Clemens Tönnies und dessen Sohn Maximilian, dass das Unternehmen mit über 16.500 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 6,65 Mrd. € verkauft wird. Dabei beruft sich Robert Tönnies, der 50 % der Unternehmensanteile hält, auf einen Friedensvertrag, der vor zweieinhalb Jahren vereinbart worden war. Darin heißt es, dass der Fleischkonzern meistbietend verkauft wird, sollte das Verhältnis zwischen den beiden Parteien in die Brüche gehen.

Dass dieser Punkt jetzt erreicht ist, macht der 41-Jährige unter anderem an den Streitigkeiten um ein geplantes Millionenprojekt des Konzerns in China fest. So wollte Robert Tönnies am vergangenen Freitag dazu vor Gericht Auskünfte einklagen. Soweit kam es allerdings nicht, weil die Geschäftsleitung nach Aussage von Robert Tönnies in letzter Sekunde unter dem Druck des anstehenden Gerichtstermins die nötigen Unterlagen zur Verfügung stellte. Daraufhin habe er dann die einstweilige Verfügung zurückgezogen. Der Konzern widerspricht dieser Darstellung und wirft Robert Tönnies den Missbrauch von Gerichten und eine öffentliche Inszenierung seiner Person vor. Der Gesellschafter habe alle Informationen schon früher erhalten.

Diese und weitere Vorfälle soll nun ein nichtöffentliches Schiedsgericht bewerten. Robert Tönnies hat bereits im Sommer eine entsprechende Klage eingereicht. Zu einer ersten mündlichen Verhandlung wird es voraussichtlich im ersten Halbjahr 2020 kommt. Kommt auch das Schiedsgericht zu dem Entschluss, dass Konzernlenker Clemens Tönnies wiederholt gegen den Friedensvertrag verstoßen hat, könnte es tatsächlich zu einem Verkauf des Unternehmens kommen. Beide Streitparteien haben für diesen Fall bereits angekündigt, dass sie entsprechende Übernahmeangebote machen werden. Der Unternehmenswert wird auf mindestens 1,6 Mrd. € beziffert.