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Umfrage Stickstoff in Gülle: Viele sind frustriert!

In etlichen Betrieben herrscht Frust wegen der Nährstoffbilanz.

Eine niedersächsische Untersuchung in einem Praxisbetrieb mit stark Nährstoff-reduzierter Fütterung zeigt, dass die Gülle deutlich weniger Stickstoff enthält als berechnet. Wir haben die SUS-Leser gefragt, ob sie ähnliche Erfahrungen haben. Binnen 24 Stunden haben sich rund 80 Landwirte gemeldet. Die rege Teilnahme zeigt, wie groß das Problem ist.
Gut 50 % der Teilnehmer sind Mäster, weitere 31 % führen einen Kombibetrieb. Etwa 13 % der Rückmeldungen stammen von Sauenhaltern. Fast 50 % der Teilnehmer füttern ihre Mastschweine bereits stark Nährstoff-reduziert. Weitere 31 % setzen sogar eine sehr stark nährstoffreduzierte Fütterung um. Um die niedrigen Proteingehalt an ihrem Futter anrechnen zu können, fertigen 28 % der teilnehmenden Landwirte eine individuelle Stallbilanz an.
Interessant ist auch die Frage, um wie viel Kilogramm Stickstoff die Nährstoffbilanz von den tatsächlichen Werten in der Gülle abweicht. Mehr als 50 % der Teilnehmer berichten über eine Abweichung von mehr als 1 kg Stickstoff pro Mastplatz und Jahr. In knapp 40 % der Fälle fehlen bis zu 1 kg Stickstoff pro Tierplatz und Jahr.
Der große Umfang von mehr als 30 individuellen Kommentaren unterstreicht zudem die Bedeutung des Themas. Viele Praktiker schildern hier ihren Frust mit der Unterdeckung in der Nährstoffbilanz. Als Ausweg düngen etliche Betriebe weniger Wirtschaftsdünger und müssen dafür mehr mineralischen Dünger zukaufen. Einige Betriebe fahren ihren Wirtschaftsdüngereinsatz auch zurück und nehmen Mindererträge im Ackerbau in Kauf. Eine echte Lösung für das Problem mit den fehlenden Stickstoffmengen in der Nährstoffbilanz gibt es bisher nicht. Daher die klare Aufforderung aus der Praxis: Die Politik muss dringend für Abhilfe sorgen!