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Vechta: Neue Technik zur Gülleaufbereitung

Daniel Baumkötter von der FH Münster erklärte auch neue Schnelltests. Foto: Schnippe

Wir brauchen in unserer veredelungsstarken Region Süd-Oldenburg unbedingt effektive Techniken, um unsere anfallenden Wirtschaftsdünger aufzubereiten und transportwürdig zu machen. Dies ist eine Kernbotschaft von Dr. Johannes Wilking, Vorsitzender des Kreislandvolkverbandes in Vechta. Der Verband hat gestern gemeinsam mit seiner Schwesterorganisationen aus Cloppenburg, dem Landkreis Vechta sowie der Naturdung Verwertungs GmbH Vechta eine Infoveranstaltung zur Gülleaufbereitung auf die Beine gestellt. Im großen Saal des Kreishauses Vechta fanden sich dazu mehr als 200 angemeldete Zuhörer ein. Als anerkannter Fachmann zum Thema Gülleaufbereitung war Daniel Baumkötter von der Fachhochschule Münster geladen. Baumkötter machte deutlich, dass es inzwischen zahlreiche effektive Aufbereitungstechniken gibt, die am Ende etwa 50 % der Gülle in Wasser aufbereiten, das nach Genehmigung der Behörde in Vorfluter oder Flüsse eingeleitet werden darf. Im Bereich einfache Aufbereitungsanlagen für Schweinegülle hob Baumkötter insbesondere den Dekanter zur Trennung der festen und flüssigen Güllephase hervor. Der Dekanter erlaubt bei vertretbaren Kosten eine hohe Abscheidung der Feststoffe unter des darin enthaltenen Phosphors. Im zweiten Teil der Veranstaltung hatten vier Firmen aus der Region die Möglichkeit, ihre Techniken zu Gülleaufbereitung vorzustellen. Zu Diskussion führte dabei insbesondere ein Großprojekt der Firma Kaskum, das innerhalb der nächsten zwei Jahre realisiert werden soll und bis zu 1 Million m³ Gülle im Jahr aufbereiten soll. Die Firma blue Sytems (Big dutchman) konzentriert sich dagegen eher auf einzelne betriebliche Lösungen. Die Compaktanlage in vier Übersee-Containern soll für Betriebe ab etwa 4000 Mastplätzen einsetzbar sein. Die Kosten für die volle Aufbereitung der Gülle bis hin zu einleitfähigem Wasser beziffert der Hersteller auf 9-12 Euro je Kubikmeter. Wichtig ist den Veranstalter auch eine weitere Kopplung der Gülle abgebenden Betriebe mit den aufnehmenden Ackerbaubetrieben im östlichen Niedersachsen. Hierzu will die Güllebörse Vechta im Laufe der nächsten Monate eine Datenbank mit allen abgebenden Betrieben sowie potentiell aufnahmefähigen Betrieben aufbauen. Gleichzeitig will man die Akzeptanz für Wirtschaftsdünger in den Ackerbauregionen erhöhen. Insgesamt wurde auf der Veranstaltung deutlich, dass die Region Süd-Oldenburg durch die Verschärfung im Dünge-Recht massiv unter Druck steht. Neben der Aufbereitung der Gülle sind daher neue Konzepte für die überbetriebliche Gülleabgabe sowie eine weitere Senkung des Nährstoffanfalls über die Fütterung gefragt.