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ASP: Chinas Schweinebestand bricht um 16 % ein

Vermutlich aufgrund des ASP-Ausbruches hat China über 19 % seines Sauenbestandes verloren.

Laut den jüngsten Zahlen des chinesischen Agrarministeriums ist der Schweinebestand in den gut 400 Provinzen des Landes zwischen Februar 2018 und Februar 2019 um über 16 % zurückgegangen. Der Sauenbestand ging im selben Zeitraum sogar um rund 19 % zurück. Und dieser Abwärtstrend könnte sich die nächsten Monate weiter beschleunigen. Denn allein zwischen Januar und Februar dieses Jahres wurde ein Abbau des Bestandes um 5,4 % verzeichnet. Auf die Sauenhaltung bezogen fiel das Minus mit 5 % ähnlich hoch aus.

Dies sind jetzt wohl die ersten offiziellen Zahlen, die ein reales Bild von den dramatischen Auswirkungen der Afrikanischen Schweinepest auf die Schweinehaltung in China zeichnen. Denn seit Ausbruch der Seuche im August 2018 hat die chinesische Regierung bei der Welttiergesundheitsorganisation (OIE) nur 117 ASP-Fälle und die Keulung von bislang knapp 1 Mio. Tieren gemeldet. Internationale Branchenkenner haben in den letzten Wochen immer wieder die Vermutung geäußert, dass der Staat das Ausmaß der Seuchensituation herunterspielt. Dr. Mark Lyons, CEO des internationalen Futterkonzerns Alltech, berichtete kürzlich bei einer Veranstaltung in der irischen Landeshauptstadt Dublin davon, dass ihm gegenüber mehrere Vorstände großer Konzerne aus dem vor- und nachgelagerten Bereich der Schweinehaltung die Vermutung geäußert hätten, dass 30 bis 50 % der chinesischen Schweinefarmen mit ASP infiziert sind. Angesichts dessen, dass China global gesehen der mit Abstand größte Schweinehalter ist, wäre damit eines von weltweit fünf gehaltenen Schweinen ASP-positiv.

Für den internationalen Schweinemarkt wird der Niedergang des chinesischen Schweinebestandes auch Auswirkungen haben. So wird davon ausgegangen, dass spätestens in der zweiten Jahreshälfte der Importbedarf des riesigen Landes deutlich anziehen wird. Erste Anzeichen dafür sind bereits zu erkennen. So berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg davon, dass China Anfang März mit knapp 24.000 t Schweinefleisch den größten Einzelkauf seit April 2017 getätigt hat.