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Neue Details zur nächsten ITW-Phase

Die ITW geht 2021 in die nächste Runde.

Anders als die Mastbetriebe sollen die Ferkelerzeuger auch in der nächsten Phase aus einem Fond ihre Tierwohl-Maßnahmen erstattet bekommen.

Die Initiative Tierwohl (ITW) hat auf der Grünen Woche in Berlin weitere Details zur neuen Programmphase bekannt gegeben. Bereits in der vergangenen Woche wurde verkündet, dass die an der Initiative beteiligten Unternehmen und Verbände aus Landwirtschaft, Fleischwirtschaft und Lebensmitteleinzelhandel eine dritte Programmphase ab dem Jahr 2021 mittragen werden.

ITW-Geschäftsführer Dr. Alexander Hinrichs erklärte, dass ab diesem Zeitpunkt auch für große Teile des Schweinefleisch-Sortiments eine Nämlichkeit gegeben sein soll und ein ITW-Produktsiegel eingeführt wird. Für die neue, ebenfalls dreijährige, Programmphase wird man Hinrichs Aussage nach deutlich mehr Tierhalter aufnehmen können. Denn der teilnehmende LEH hat zugesagt das komplette Grundsortiment bei unverarbeitetem Schweinefleisch auf Haltungsstufe 2 zu setzen. Das bedeutet für das ITW-Fleisch, dass es zukünftig bei Kunden und allen Käuferschichten in der Breite mehr Präsenz erhält als bisher. "Die neue Programmphase ist eine Jahrhundertchance. Erstmals kann Tierwohl breitenwirksam über den Markt getragen werden", führte Hinrichs aus.

Allerdings werden sich die Landwirte auf ein paar Änderungen einstellen müssen. So wird es zukünftig es neben den Pflichtmaßnahmen keine Wahlkriterien mehr geben. Außerdem wird die Finanzierung grundlegend umgestellt. In der aktuellen Programmphase zahlen die Händler pro kg Schweinefleisch einen Aufschlag von 6,25 Cent in einen Fond ein. Aus diesem Topf erhalten die teilnehmenden Schweinehalter je nach umgesetzter Tierwohlstufe einen Bonus. In Zukunft soll das Geld vom Markt kommen. Das bedeutet, dass die Schlachtunternehmen den Landwirten direkt einen Tierwohlaufschlag von zunächst anvisierten 5,28 € pro Tier zahlen sollen. Das mehrgezahlte Geld müssen die Fleischunternehmen dann über höhere Preise beim LEH wiedereinspielen. Um dieses Finanzierungsmodell abzusichern, haben sich die Händler dazu verpflichtet, bei den Preisverhandlungen den Tierwohlaufschlag zu berücksichtigen. Das Kartellamt hat dieser Verfahrensweise bereits zugestimmt.

Dieses Finanzierungsmodell wird zunächst nur bei den Mästern angewandt. Die Sauenhalter sollen aus einem jährlich rund 30 Mio. € schweren Übergangsfond für ihre Tierwohl-Maßnahmen bezahlt werden. Dieser wiederrum wird vom LEH mit einer Abgabe von 2 Cent pro kg verkauftem Schweinefleisch gespeist. "Unser Ziel ist die Schließung der gesamten Lieferkette von der Sauenhaltung bis zur Schlachtung bis 2024. Dann soll auch die Finanzierung der Ferkelerzeugung über den Markt erfolgen", betont der ITW-Geschäftsführer.