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Markt: Bilanz schönen auf Erzeugerkosten?

Die Schlachtschweinenotierung liegt deutlich hinter den Erwartungen. Bild: Heil

Die Situation am Schweinemarkt könnte sich nicht diffuser präsentieren. Ein vertretbares bzw. knappes Lebendangebot trifft auf einen Inlandsabsatz, der durch die Grill- und Spargelsaison endlich entscheidende Impulse bekommen hat. Eigentlich beste Voraussetzungen, um leicht verspätet das saisonale Anziehen der Schweinepreise einzuläuten. Doch weit gefehlt: Die VEZG-Notierung stand letzte Woche selbst nach deutlichen Preiskorrekturen auf 1,37 €/Indexpunkt unter Dauerbeschuss. Die Befürchtungen einiger Marktbeobachter, dass der Preis noch weiter fällt, bewahrheiteten sich zum Glück nicht und die Notierung hielt sich auf altem Niveau.
Vermarkter suchen aktiv nach Schweinen und der Inlandsabsatz ist gut – warum hakt es dann so gewaltig? Die Antwort liegt wohl im vermeintlich schwachen Export. Allen voran China als immens wichtiger Abnehmer der deutschen Exporteure hat seine Einfuhrmengen deutlich zurückgeschraubt. Dafür im internationalen Markt alternative Absatzwege aufzubringen, fällt schwer. Die Nord- und Südamerikaner drücken mit einem massiven Angebot an billigen Schweinefleisch die Weltmarktpreise. Zudem sorgt US-Präsident Donald Trump mit seiner Handelspolitik für weitere Unruhe.
Unter dem Strich bedeutet das insbesondere für die exportorientierten Big Player in der deutschen Schlachtbranche ein schlechtes Marktumfeld. Der Mittelstand ist davon weniger stark betroffen und bezeichnet das aktuelle Notierungsniveau als unverhältnismäßig niedrig. Darauf bezogen fragt die Interessengemeinschaft der Schweinehalter (ISN) in ihrem Markt-Newsletter auch spitzzüngig, ob allen voran Tönnies und Vion mit ihrer Preisdrückerei die eigene Marge auf Kosten der Erzeuger verbessern wollen.