Markt: Sinkende Schlachtzahlen drücken Preis

Die fehlenden Schlachtkapazitäten zeigen Wirkung und der Vereinigungspreis gibt nach.

Mit Verzögerung zeigt die Schließung des Tönnies-Standortes in Rheda-Wiedenbrück und damit der Wegfall von täglich rund 20.000 Schweineschlachtungen Wirkung auf den Schweinemarkt und das Lebendangebot drängt sich auf. Kurz vor dem Corona-Ausbruch bei Tönnies wurde noch von einem nennenswerten Notierungsplus gesprochen. Diese Woche musste die VEZG den Preis nach einer Seitwärtsbewegung in der Vorwoche um 6 Cent auf nun 1,60 €/Indexpunkt senken.

Saisonal fällt das Angebot an schlachtreifen Tieren zwar nicht groß aus, da die Zunahmen witterungsbedingt abfallen. Und Tönnies unternimmt auch einiges, um möglichst viele Schlachttiere auf andere Standorte des Unternehmens beispielsweise in Weißenfels oder Sögel umzuleiten. Dennoch sprechen nun die Vermarkter speziell in den Schweinehochburgen im Nordwesten des Landes davon, dass die Vermarktungsschwierigkeiten zunehmen. Andere Schlachter können nur bedingt in die Bresche springen. Durch eigene Corona-Fälle in den Betrieben bzw. verschärfte Hygieneauflagen laufen die Schlachtbänder bei z.B. der Westfleisch lange nicht auf Volllast. Viele kleine Schlachthöfe haben zwar Sondergenehmigungen erhalten, um ihre Verarbeitungskapazitäten aufzustocken. Dies nimmt aber nur wenig Druck vom Kessel.

Entscheidend wird jetzt sein, wie sich der Export und der Fleischmarkt entwickeln. Die Ausfuhren nach China gerieten zum Schluss ins Stocken, weil die dortige Regierung ganz empfindlich auf die coranabedingten Schließungen der hiesigen Schlachthöfe reagiert. Auch der Fleischmarkt sendet aktuell keine positiven Signale. Der aufsehenerregende Coronaausbruch bei Tönnies und die teils spekulativen Medienberichte über die Ansteckungsgefahr durch dort verarbeitetes Schweinefleisch drücken die Nachfrage der Privathaushalte.


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