Sauen-Schlachtung stockt

Der Produktions-Stopp in Rheda-Wiedenbrück behindert erheblich die Sauenschlachtung.

Die Vermarktung von Schlachtsauen ist in Deutschland stark ins Stocken geraten. Vielerorts werden Schlachtsauen derzeit gar nicht mehr abgenommen. Auslöser ist der Corona-bedingte Produktionsstopp im Fleischbetrieb von Tönnies in Rheda-Wiedenbrück. Denn an diesem Standort im Kreis Gütersloh konzentriert sich inzwischen mehr als 50 % der bundesweiten Sauenzerlegung. Andere zugehörige Schlachtbetriebe können theoretisch zwar noch Schlachtsauen annehmen. Durch die fehlende Zerlegung in Rheda-Wiedenbrück müssen sie systembedingt aber ebenfalls Sauen ablehnen. Die Situation wird zusätzlich erschwert, da Tönnies die Sauenzerlegung in Rheda-Wiedenbrück bereits mehrere Wochen vor dem offiziellen Stopp des gesamten Fleischbetriebes stark drosseln und schließlich ganz aussetzen musste. Denn in der Sauenzerlegung waren bereits zuvor erhöhte Ansteckungsraten mit dem Coronavirus unter den Mitarbeitern festgestellt worden.
Betroffen ist hiervon auch das zu Tönnies gehörende Unternehmen Tican Fresh Meat in Dänemark. Denn auch Tican liefert Sauen nach der Schlachtung zur weiteren Verarbeitung nach Rheda-Wiedenbrück. Der Annahme-Stopp des dänischen Schlachtunternehmens betrifft aktuell rund 1500 Sauen pro Woche.
Als weiterer großer Standort für die Annahme von Schlachtsauen verbleibt derzeit nur Westcrown. Der Betrieb umfasst etwa 25 bis 30 % der bundesweiten Sauenzerlegung. Doch auch das je zur Hälfte zu Westfleisch und zu Danish Crown gehörende Unternehmen kann aufgrund der Corona-bedingten Produktionsdrosselung derzeit noch nicht mit der vollen Kapazität arbeiten.