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Verbraucherschützer fordern staatliches Label

Verbraucherschützer sehen weiter ein staatliches Tierwohllabel als notwendig an. Bild: Heil

Der Chef des Bundesverbands der Verbraucherzentralen (vzbv), Klaus Müller, hat im Hinblick auf die Sondierungsgespräche von SPD und CDU/CSU seine Forderungen nach dem schrittweisen Ausbau eines staatlichen Tierwohllabels und einer entsprechenden Fleischkennzeichnung erneuert. Nach Meinung des Verbraucherschützers gibt es bereits viele Auszeichnungen. Diese seien aber teilweise so von Werbung durchsetzt, dass die Verbraucher darin kein Vertrauen hätten. Generell auf Fleischprodukten die Haltungsform kenntlich zu machen, hält er für einen wichtigen Ansatz, der allerdings auf europäischer Ebene geklärt werden muss.
Der Bauernverband steht einem staatlichen Tierwohllabel und einer Fleischkennzeichnung offen gegenüber – vorausgesetzt die von der Branche getragene Initiative Tierwohl (ITW) bleibt für die nächsten drei Jahre als Basis bestehen. „Das dürfen wir nicht gefährden, weil das die einzige bis dato erfolgreiche Initiative ist“, so Bauernpräsident Joachim Rukwied. Er kann sich aber später eine Verzahnung beider Initiativen vorstellen.
                                              
SUS meint:
Unter dem Dach der ITW werden in der neuen Förderperiode über 4.100 Betriebe mit rund 26 Mio. Schweinen gebündelt – ein toller Erfolg nach vielen zähen Verhandlungsrunden mit Schlachtereien und LEH. Nicht nur die Teilnehmerzahl wächst, auch hinsichtlich der Tierwohl-Standards und der Kontrollstrukturen entwickelt sich die Initiative stetig weiter. Daher muss über die Notwendigkeit einer staatlichen Regelung kritisch nachgedacht werden.Nicht ausgeblendet werden dürfen die kritischen Stimmen, dass sowohl die ITW als auch ein zunächst freiwilliges staatliches Tierwohllabel vornehmlich Betriebe anspricht, die ohnehin eine Steigerung des Tierwohls im Blick haben. Hier ist die Branche gefragt, dieses Thema noch stärker in die Breite der Basis zu tragen. Sonst gefährden Einzelne die gesellschaftliche Akzeptanz des gesamten Berufsstandes.