Zum Inhalt springen

Drücken Sie Öffnen / Eingabe / Enter / Return um die Suche zu starten

Westfleisch will mehr Improvac-Eber schlachten

Die Westfleisch hat erklärt für einen bestimmten Zeitraum mehr Impfeber schlachten zu wollen. Allerdings nur mit einem Preisabschlag.

Die Westfleisch will für einen begrenzten Zeitraum mehr geimpfte Eber aufnehmen.

Die Westfleisch SCE hat Ende letzter Woche ihren Vertragslieferanten mitgeteilt, dass zumindest für einen gewissen Zeitraum auch Improvac-Eber geliefert werden können. Damit geht die Westfleisch SCE über ein zurzeit laufendes Projekt mit einem westfälischen und zwei rheinischen Mastbetrieben jetzt mengenmäßig einen deutlichen Schritt weiter, wie Dr. Frank Greshake von der Landwirtschaftskammer NRW kommentierte.

Das Angebot gilt ausdrücklich nur für die Westfleisch-Vertragsbetriebe. Geschlachtet werden die Improvac-Tiere an den Standorten Coesfeld und Oer-Erkenschwick. Interessierte Betriebe müssen sich binnen der nächsten Tage bei ihrem Vermarkter melden. Denn die Westfleisch SHC hat den Viehvermarktungsgenossenschaften, Erzeugergemeinschaften und Viehkaufleuten mitgeteilt, dass sie bis zum 18.2.2020 wissen will, wer sich an dem Projekt beteiligt.

Bezahlt werden die Improvac-Tiere nach der Standard-Westfleischmaske für Börge und Sauen. Von der im letzten Jahr in der gesamten Schlachtbranche diskutierten Bezahlung nach Ebermaske rückt auch die Westfleisch SCE ab. Auf Basis der Ebermaske hätte die Mast von Improvac-Kastraten keine wirtschaftliche Grundlage. Zumal die Tiere bezüglich der zu erwartenden Indexpunkte zwischen den Werten von Sauschweinen und normalen Borgschweinen liegen. Die Westfleisch SHC legt aber gleichzeitig Wert auf die Feststellung, dass sie den Ferkelerzeugern die Isofluran-Betäubung empfiehlt, weil die Akzeptanz des Fleisches geimpfter Eber in vielen Marktsegmenten noch nicht abzusehen ist. „Mehr als ein Schönheitsfehler ist natürlich, dass auch Westfleisch wie wesentliche Wettbewerber einen Abschlag von 3 Cent je IXP vornimmt. Zwar müssen derzeit noch die Improvac-Schlachtkörper an den Schlachtbändern genauso fachkundig „beschnüffelt“ werden wie die Eber. Und die separate Zerlegung und Disposition im Schlachtbetrieb sind kostenträchtig. Aber der Abzug zusammen mit den Kosten für die doppelte Impfung schlagen deutlich zu Buche. Über diese Kosten wird zu reden sein, wenn die Improvac-Mast in der zweiten Jahreshälfte 2020 erheblich größere Umfänge annimmt als bisher“, so Dr. Greshake weiter.