Zum Inhalt springen

Drücken Sie Öffnen / Eingabe / Enter / Return um die Suche zu starten

Projekt „Virtueller Stall der Zukunft“ vorgestellt

Im Projekt „Virtueller Stall der Zukunft“ sind mehrere Stallkonzepte mit unterschiedlichen hohen Tierwohlstandards entwickelt worden.

An ihre gemeinsame Verantwortung für mehr Tierwohl in der Nutztierhaltung hat Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner Landwirte und Verbraucher gleichermaßen erinnert. Klöckner stellte vergangene Woche in Berlin bei der Präsentation der Ergebnisse zum Projekt „Virtueller Stall der Zukunft“ fest, dass die Arbeit von Landwirten gerade in der Gesellschaft immer intensiver begleitet und diskutiert werde. Wolle man in Deutschland die Nutztierhaltung auch zukünftig erfolgreich betreiben, müsse die gesellschaftliche Zustimmung gesichert werden, ohne dabei die ökonomische Seite der Produktion außer Acht zu lassen. Einen Ansatz dafür soll das vorgestellte Projekt liefern, bei dem laut Bundeslandwirtschaftsministerium von Experten der Universitäten Göttingen, Kiel, Düsseldorf sowie der Richard Hölscher GmbH und Co KG und der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) wissenschaftlich untersucht wurde, wie innovative, tierwohlorientierte Schweineställe der Zukunft aussehen können, die gesellschaftlich akzeptiert werden und zugleich praktisch realisierbar sind. Mit den Entwicklungen aus dem Projekt sollen Landwirte künftig per Baukastensystem ihren modernen Stall für Sauen, Ferkel oder Mastschweine planen und dafür betriebsindividuell Kosten kalkulieren und so an der Stufe 2 des geplanten staatlichen Tierwohllabels teilnehmen. Die dafür entwickelten Stallsysteme bieten nach Darstellung der beteiligten Wissenschaftler mehr Platz und Bewegungsfreiheit für Sauen, Ferkel und Mastschweine, getrennte Funktionsbereiche, ein unbegrenztes Angebot von Raufutter sowie Stroheinstreu oder anderes organisches Beschäftigungsmaterial. Hinzu kommen Möglichkeiten zum Duschen und Wühlen für Mastschweine, ein Zugang zu einem Außenklimabereich für alle Tiere ab 30 kg Gewicht und ein Stallbau aus Holz, um Nachhaltigkeits- und Schönheitsaspekten gerecht zu werden. Die aus den verbesserten Bedingungen resultierenden Zusatzkosten beziffern die Forscher auf etwa 30 € pro Mastschwein.

In dem vom Bundeslandwirtschaftsministerium über die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) geförderten einjährigen Projekte haben die Fachleute unter Koordination der Universität Göttingen für jede Produktionsstufe mehrere Haltungsvarianten erarbeitet, darunter beispielsweise verschiedene Außenklimaställe für die Mast. Jeder Landwirt soll daraus das für seinen Betrieb passende Konzept auswählen, in einer Excel-Anwendung Kosten errechnen und auf dieser Basis die Umsetzung planen können. Das entsprechende Excel-Tool und Beispielskizzen für die einzelnen Stallkonzepte stehen laut Verbundkoordinatorin Dr. Marie von Meyer-Höfer ab Sommer 2019 auf der Projektseite der Universität zur Verfügung. AgE