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Zwischenruf:

Es gibt sie noch, die Gemeinschaft!

Michael Werning, SUS-Redaktion

In manchen Bauerschaften ist es um den Zusammenhalt unter den Landwirten nicht mehr gut bestellt. Der Kampf um Pachtflächen, große Stallbauten oder Neid, weil jemanden das Glück der „fünften“ Fruchtfolge ereilt hat – die Gründe sind teils vielfältig.

Dass es auch noch anders aussehen kann, habe ich kürzlich am eigenen Leib spüren dürfen. Am Morgen war ich für eine Reportage auf einem Schweinebetrieb. Nach dem Termin mit dem Landwirt setzte ich mich wieder ins Auto und wollte heimfahren, als mir die Idee kam, von einer Anhöhe ein Panoramabild des Betriebes zu machen.

Wenig später stand ich mitten auf einem großen Schlag und machte meine Bilder. Dabei nahm ich zunächst nur am Rande wahr, wie ein Trecker am Feld entlang fuhr.

„Was machen Sie da“, waren dann die Worte, die mich Sekunden später umdrehen ließen. Ein älterer Landwirt kam auf mich zu und wiederholte noch einmal eindringlich seine Frage.

„Äh, ich mache Fotos von dem Betrieb da unten“, erklärte ich knapp. Ich merkte sofort, dass diese Antwort nicht gut ankam. „Sind Sie einer dieser Tierrechtler“, kam die nächste Frage. In diesem Moment fiel mir ein, dass der Betriebsleiter während unseres Gespräches erzählte, dass bei ihm Tierschutzaktivisten eingebrochen waren. Wochen später standen davon Bilder im Netz.

Schnell erklärte ich dem Mann meinen Hintergrund und nach dem er auch meinen Presseausweis gesehen hatte, war die Situation geklärt. „Das lief damals nicht fair ab. Das war für die Leute eine schlimme Situation öffentlich als Tierquäler bezeichnet zu werden“, mit diesen Worten und einem festen Händedruck setzte sich der Mann wieder auf seinen alten Deutz und fuhr weiter.