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Jungeber immer unbeliebter bei Schlachtern

Die niederländischen Schlachthöfe wollen weniger Jungeber verarbeiten.

Nicht nur in Deutschland sondern auch in den Niederlanden gestaltet sich die Vermarktung von Jungebern immer schwieriger. So hat nun das Schlachtunternehmen Westfort zu Anfang März den Abschlag für Eber um 50 Cent pro Tier erhöht. Abhängig davon unter welchem Label sie vermarkten müssen Mäster jetzt pro Tier eine Abkörung von 3 bis 4 € gegenüber Kastraten bzw. weiblichen Schlachtschweinen in Kauf nehmen. Wie Westfort-Einkaufsleiter Jaap de Wit gegenüber dem Fachmagazin boerderij erklärte, haben massive Vermarktungsprobleme beim Eberfleisch diesen Schritt notwendig gemacht. Diese reichen sogar so weit, dass das Unternehmen sich vorbehält im Oktober gegebenenfalls den Abzug um weitere 50 Cent zur erhöhen.

Auch andere niederländische Vermarkter und Schlachtunternehmen berichten von einem schrumpfenden Absatzmarkt für Jungeber. Dem Geschäftsführer des Schlachters van Rooi Meat, Addy van Rooi, zufolge, verarbeitet sein Unternehmen inzwischen deutlich weniger Eber als noch vor zwei Jahren. Bei den wöchentlich rund 38.000 Schweinen, die außerhalb des Beter-Leven-Programms geschlachtet werden, handelt es sich zur Hälfte um Sauen und Kastraten. Die andere Hälfte entfällt auf Jungeber.

Ausschlaggebend für die sinkende Attraktivität der Jungeber ist wohl der Umstand, dass in den vergangenen fünf Jahren eine starke Nachfrage nach fetten und schweren Tieren entwickelt hat. Aufgrund des mit dem Lebendgewicht steigenden Geruchsrisikos kommen die Jungeber deutlich leichter an den Haken als Kastraten. Zudem bilden sie eine geringere Speckauflage aus als ihre kastrierten Artgenossen.