
Die Zahlen sind erschreckend. In nur zwölf Jahren sind 50 % der deutschen Sauenhalter aus der Produktion ausgestiegen. Landesweit gibt es derzeit nur noch knapp 30.000 Ferkelerzeuger, die im Schnitt 90 Sauen halten.
Auch in diesem Jahr ist damit zu rechnen, dass weitere Sauenhalter aussteigen. Einige Betriebsleiter werden die finanziellen Belastungen, die durch die Aufnahme zusätzlicher Kredite zur Liquiditäts finanzierung entstanden sind, schwer schultern können. Andere Betriebsleiter, für die die Betriebsaufgabe ohnehin beschlossene Sache ist, versilbern jetzt ihr Umlaufvermögen. Sie werden nicht bis zum nächsten Preistal warten und ihre Ferkel und Sauen angesichts der derzeit etwas besseren Erlössituation verkaufen.
Der Strukturwandel wird auch deshalb weitergehen, weil im Katastrophenjahr 2008 auf vielen Höfen die Entscheidung gereift ist, dass die nächste Generation nicht mehr weitermacht. Das Preistal wird somit noch lange nachwirken. Trotz dieser schwierigen Umbruchphase und struktureller Defizite wird die Ferkelproduktion in Deutschland weitergehen. Auch künftig wird es erfolgreiche und wettbewerbsfähige Betriebe geben. Allerdings müssen diese Prioritäten setzen.
Schließlich gilt: Wer auch künftig erfolgreich Ferkel produzieren will, braucht Erweiterungsmöglichkeiten. Denn die Größendiskussionen in der Ferkelproduktion dürften anhalten. Sie werden den Strukturwandel damit weiter anheizen.
Kommentar aus der SUS-Ausgabe 1/2009
Spezieller Transportwagen: Der Betrieb Schulz in Dülmen hat einen neuen Transportwagen mit 16 separaten Buchten gebaut. So werden die Würfe auch beim Transport nicht gemischt. Weitere Details in der Reportage "Jeder Wurf kriegt eine Bucht" in der SUS 1/12 ab Seite 10.
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