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NL: Schweinebetriebe bleiben auf Gülle sitzen

Güllepott
Im Januar/Februar sind die Güllepötte in der Regel randvoll. Auf etlichen Schweinebetrieben in den Niederlanden bietet sich auch jetzt noch ein ähnliches Bild. Bild: Tastowe

Die niederländischen Tierhalter hatten in der zurückliegenden Frühjahrskampagne ähnlich starke Probleme ihre überschüssige Gülle abzusetzen, wie ihre deutschen Berufskollegen. Ein Grund dafür war das ungewöhnlich nasse Frühjahr in den Niederlanden, wodurch viele Felder erst sehr spät oder gar nicht mit schwerer Gülletechnik befahren werden konnten. In der Folge nahmen die Ackerbaubetriebe rund ein Drittel weniger Gülle auf als die Jahre zuvor und griffen stattdessen zum Mineraldünger.
Das traf insbesondere die Schweinehalter. Auf vielen Betrieben sind die Güllekeller immer noch randvoll. Nach Einschätzung des nationalen Schweinezuchtverbandes (POV) hat dies gleich mehrere Gründe:

  • Obwohl der Rindviehbestand sinkt, drückt vor allem mehr angedickte Rindergülle bzw. Tretmist auf den Absatzmarkt. Das könnte damit zusammenhängen, dass für diese Stoffe nun unabhängige Inhaltsstoffuntersuchungen angefertigt werden müssen. Früher konnten die Betriebe bzw. Transporteure selbst Proben ziehen. Diese waren aber häufig nicht repräsentativ für die gesamte Abgabemenge; 
  • Die Ackerbauern bevorzugen eher Rindergülle als Schweinegülle, da sie weniger Phosphor und dafür mehr Stickstoff und Kalium enthält. Außerdem halten die Rinderbetriebe aufgrund ihres Grundfutterbedarfes einen engeren Kontakt zu den Ackerbauern. Häufig ist der Futterankauf dann mit einer Gülleaufnahme verknüpft;
  • Die Schweinehalter scheuen langfristige Absatzkontrakte. Das macht die Planung für die Vermittlungsbörsen schwieriger. Außerdem zeigte sich in diesem Jahr, dass vor allem die Schweinebetriebe, die jedes Jahr auf möglichst billige Absatzkanäle gepokert haben, dieses Jahr viel mehr bezahlen mussten als Betriebe, die bereits seit Jahren mit festen Abnehmern arbeiten.
  • Der stockende Absatz von Hühnertrockenkot belastete den Absatzmarkt zusätzlich. Viele Aufnehmer fürchteten Fipronil-Rückstände im Mist;
  • Generell orientiert sich die Abgeberseite zu wenig an den Bedürfnissen der Aufnehmer. Fragen wie, welche Gülle wünscht sich der Aufnehmer oder wann braucht er sie am besten werden oft ausgeblendet;
  • Durch die neue Düngeverordnung in Deutschland fiel es den niederlämdsichen Gülleexporteuren sehr schwer dort Absatzkanäle aufzutun;
  • Einige bestehende Gülleverarbeitungsanlagen haben in Bezug auf Geruch, Lärm usw. strengere Auflagen erhalten. Das führte zu einer Abnahme der Verarbeitungskapazitäten
Nach Ansicht des POV muss in Zukunft mehr Schweinegülle in Verarbeitungsanlagen aufgewertet werden. Dazu soll vor allem das neu gegründete Nederlands Centrum voor Mestverwaarding (NCM) forschen und Lösungen erarbeiten.

Schlagworte

Aufnehmer, POV, Schweinegülle, Absatzkanäle, Absatzmarkt, Rindergülle, Ackerbauern, voor, Fipronil, Gülle

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