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ASP: Streit um Drückjagden

Die intensiven Drückjagden in Polen erhöhen die ASP-Gefahr für Deutschland.

Polen will mehr als 2100 Wildschweine erlegen.

Die in Westpolen für Mitte und Ende Januar angesetzten umfangreichen Drückjagden auf Wildschweine sorgen bei deutschen Jägern und Fachleuten für heftige Diskussionen. So ist zu befürchten, dass infizierte Wildschweine auf der Flucht auch nach Deutschland gelangen. Denn weder die Grenzflüsse noch der mobile Elektrozaun stellen eine sichere Barriere für aufgebrachte Wildschweine dar. Und Prämien von rund 150 € pro Wildschwein sind ein großer Anreiz für die polnischen Jäger möglichst viele Tiere zu erledigen. Warschau hat als Ziel eine Jagdstrecke von mehr als 2.100 Wildschweinen herausgegeben.
Das Berliner Landwirtschaftsministerium hat Polen daher gebeten, bei den Drückjagden einen 15 km breiten Streifen direkt an der deutschen Grenze auszuklammern. Weiterhin wurde von deutscher Seite angeregt, einen so genannten weißen Bereich im polnischen Grenzgebiet einzurichten und durch einen festen Zaun zu sichern. Der weiße Bereich wäre dann ebenfalls von den schwer zu kontrollierenden Drückjagden auszuklammern. Deutschland will auch prüfen, wie das deutsche Technische Hilfswerk (THW) bei der Richtung der Schutzzone auf polnischer Seite helfen kann. Hierzu ist in Kürze ein deutsch-polnisches Fachgespräch in Warschau geplant.
Auch die EU Kommission warnt vor falschen Aktionismus bei der polnischen Seuchenbekämpfung. So kann eine intensive Jagd auf Wildschweine die Verbreitung des Schweinepestvirus sogar noch beschleunigen. Laut EU Kommission würden sich Wildschweine, die nicht bejagt werden, kaum mehr als 3 km pro Tag fortbewegen.
Doch Polen vertritt in Bezug auf die Wildschweinebejagung eine andere Position. So bewertet Warschau die drastische Dezimierung der Wildschweinbestände in ausgewählten Region als effektivste Maßnahme zu Seuchenbekämpfung. Das polnische Landwirtschaftsministerium verteidigt daher die kürzlich beschlossene Neuregelung des Jagdgesetzes, das eine so genannte Sanitärbejagung in einzelnen Teilen des Landes erlaubt.