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Kastration: Ausland lacht über uns

Kommentar von Fred Schnippe, Redaktion SUS

Kürzlich riefen mich meine Berufskollegen der holländischen und dänischen Fachpresse an. „Dürfen wir 2019 wirklich Ferkel nach Deutschland liefern, die wir zur Kastration mit CO2 bzw. lokal betäubt haben? Beides ist doch bei euch nach wie vor verboten“, merkten sie an.

Ich musste mit „Ja“ antworten. Denn durch die gegenseitige Anerkennung des dänischen und holländischen Labels und unserem QS-System ist das erlaubt. Zwar muss QS garantieren, dass Importferkel zur Kastration künftig betäubt sind. Doch wie betäubt wird, regelt das Erzeugerland selbst.

Während Berlin unseren Sauenhaltern die Kastration mit Lokalanästhesie verwehrt, kommen exakt diese Ferkel künftig zu Millionen über die Grenze. „Krass, wie eure Politiker die eigenen Sauenhalter vor die Wand rennen lassen. Das ist ein tolles Förderprogramm für unsere Ferkelexporte“, brachte es mein holländischer Pressekollege auf den Punkt.

Lässt Berlin unsere Ferkelerzeuger weiter im Regen stehen, werden wir ab Januar von kastrierten Importferkeln überrollt. Denn die Ebermast und Immunokastration taugen bestenfalls für Nischen. Und die Kastration mit Narkose vom Tierarzt sprengt nicht nur den Personalrahmen der Praxen, sondern auch die Kosten.

Wer als Politiker Regionalität, kurze Tiertransporte und Familienbetriebe predigt, muss jetzt handeln. Auch wir brauchen die Kastration mit lokaler Betäubung. Was die skandinavischen Länder – alle Vorreiter im Tierschutz – erfolgreich umsetzen, kann bei uns nicht falsch sein!