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SUS 1/2020

Sind Sie für 2020 gewappnet?

Dr. Bianca Lind, Bundesverband Rind und Schwein (BRS)

Das politische Jahr begann für die Landwirtschaft mit der Internationalen Grünen Woche in Berlin. Neuigkeiten werden ausgetauscht und man erhält einen guten Eindruck von den Positionen der Verbände und Politik.

Natürlich ist die Schweinepest Gesprächsthema Nr. 1. Was können wir tun, um uns gegen den Einfall zu wappnen? Könnten wir angemessen auf die ersten Fälle reagieren? Keiner wird diese Fragen seriös beantworten. Aber: Die Branche ist besser vorbereitet als noch vor einem Jahr und jeder ist an Lösungen interessiert.

Dieses Gefühl habe ich beim Thema Kastration nicht. Zwar haben alle Marktbeteiligten realisiert, dass es keine Verlängerung der Verlängerung beim Ausstieg geben wird. Und Berlin hat den Weg für Isofluran freigegeben.
Doch bei den wichtigen Alternativen Ebermast und -impfung müssen LEH und Schlachthöfe noch stärker in die Offensive gehen, um höhere Marktanteile zu erreichen. Auch halten Einzelne immer noch an der lokalen Betäubung fest. So sehr ich den Wunsch nach einer weiteren Alternative verstehe, so realistisch ist, dass sich an der Auslegung des Begriffs Schmerzausschaltung wenig ändern wird – was uns bei der Lokalbetäubung im Weg steht.
Auf den Weg gemacht hat sich das Kompetenznetzwerk für Nutztierhaltung des BMEL unter der Leitung von Landwirtschaftsminister a. D. Jochen Borchert. Ein Zielbild wird formuliert und Kriterien für das staatliche Tierwohllabel werden definiert.
Dabei wird deutlich: Das BMEL will die Tierhaltung radikal umgestalten. Außenklimakontakt, mehr Platz, Einstreu, nur kurzfristige Fixierung von Tieren und eine durchgängige Tiergesundheits-dokumentation sollen die Grundlage für künftige Haltungen sein.
Einige sehen dies gelassen und hoffen, dass deutlich höhere Haltungsvorgaben nur beim staatlichen Tierwohllabel greifen. Doch Vorsicht! Die mit allen Wirt-schaftsbeteiligten abgestimmten Zielbilder dienen schnell als politische Entscheidungsgrundlage. Wohin das führen kann, zeigt der vorliegende Entwurf zur Änderung der Haltungs-VO. Hier gibt es erheblichen Korrekturbedarf!
Ich hoffe, Sie sind gut gewappnet für 2020. Bleiben Sie uns treu und stecken Sie trotz der scheinbar unüberwindbaren Herausforderungen den Kopf nicht in den Sand!