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Nitrat: Mängel im NRW-Messnetz aufgedeckt

Ein Gutachten zeigt umfangreiche Mängel im Grundwassermessnetz von NRW auf.

Zwei Drittel der geprüften Brunnen sind in ihrer Funktion eingeschränkt.

Die Agrarbranche diskutiert derzeit heftig über das Messnetz zur Grundwasserqualität. So wird hinterfragt, ob die Messstellen die Nitratgehalte repräsentativ darstellen. Um das Messnetz zu bewerten, hat die Landesregierung in Nordrhein­-Westfalen im Jahr 2016 einen renommierten Hydrogeologen beauftragt. Dieser hat 300 Messstellen in ganz NRW umfangreichen Prüfungen mit mehr als zehn Kriterien unterzogen. Bei der Untersuchung der Messpunkte traten im großen Umfang bauliche und technische Mängel auf. Im Hinblick auf die Aussagekraft der Nitratwerte sind insbesondere folgende festgestellten Probleme relevant:

  • Fast 50 % der Brunnen zeigten im Filterbereich einen Lufteintrag.
  • Nahezu 50 % der Messstellen zeigten Ablagerungen.
  • 100 % von neun per Kamera geprüften Brunnen zeigten starke technische Mängel.

In Summe sind rund zwei Drittel der geprüften Messpunkte nur eingeschränkt funktionsfähig. Die übrigen NRW­-Messstellen lassen ebenfalls große Mängel erwarten. Somit muss das Messnetz vollständig überprüft und die bereits begonnene Sanierung fortgesetzt werden. Der Gutachter zieht das Resümee, dass sich relevante chemische Kennwerte wie auch die Nitratgehalte bei solchen Messstellen nicht repräsentativ ermitteln lassen. Den detaillierten Beitrag zum Gutachten aus NRW lesen Sie in der kommenden SUS 1-2020, die am 6. Februar erscheint.
Fazit: Düsseldorf muss das Gutachten zum Messnetz jetzt veröffentlichen und sich der fachlichen Debatte stellen!