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Krüsken: Kein totales Absturzszenario bei ASP-Ausbruch

DBV-Generalsekretär Bernhard Krüsken geht davon aus, dass ein ASP-Ausbruch nicht mehr so heftige Marktkonsequenzen mit sich bringen würde.

Obwohl weitere Fälle der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Westpolen in der vergangenen Woche ausgeblieben sind, blieb die Tierseuche beiderseits der deutsch-polnischen Grenze auf der Tagesordnung. Die zuständigen Ministerien der Länder sind in Alarmstimmung. In Brandenburg legte Verbraucherschutzministerin Ursula Nonnemacher den Fokus auf die effiziente Abwehr der ASP. Dafür kündigte sie vergangene Woche eine intensivere Fallwildsuche, eine flächendeckende verstärkte Bejagung des Schwarzwildbestandes und umfassendere Untersuchungen von Tierkörpern an. Der Deutsche Bauernverband (DBV) sieht die Bundesrepublik gut gerüstet für einen möglichen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP). DBV-Präsident Joachim Rukwied zeigte sich in der vergangenen Woche in Berlin überzeugt, dass die Branche und die Behörden bestmöglich auf eine Einschleppung der Seuche vorbereitet seien. Auf den Betrieben seien die notwendigen Biosicherheitsmaßnahmen vorgenommen worden, und auch die Länder hätten gut ausgearbeitete Managementpläne für einen entsprechenden Vorfall.

Im Falle eines ASP-Ausbruchs geht DBV-Generalsekretär Bernhard Krüsken davon aus, dass die vorgesehenen strengen Exportsanktionen angesichts der ohnehin in Asien grassierenden Seuche in absehbarer Zeit von einer regionalisierten Lösung ersetzt werden. Ein „totales Absturzszenario“, wie es noch vor wenigen Jahren gedroht habe, sei nicht zu erwarten. Ungeachtet dessen müsse man davon ausgehen, dass es zeitweise zu starken Bewegungen im Markt kommen werde, erklärte der DBV-Generalsekretär in der vergangenen Woche in Berlin.

Polens Landwirtschaftsminister Jan Krzysztof Ardanowski stellte unterdessen die zügige Einbringung eines neuen Gesetzes ins Parlament in Aussicht, das unter anderem die Anordnung der Wildschweinjagd in einem Gebiet auch gegen den Willen der dortigen Jäger vorsieht. Außerdem sollen Polizei und Armee in die sogenannte Sanitärbejagung einbezogen werden können. Ebenfalls geplant sind Strafen für Jäger, die eine Bestandsregulierung bei Wildschweinen vernachlässigen oder ganz ablehnen.