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Echem

[1] Bewegungsbucht kontra Ferkelschutzkorb Digital Plus

Die Gesellschaft fordert mehr Freiraum für säugende Sauen. Im Rahmen einer Masterarbeit an der Georg-August-Universität Göttingen (Abteilung Systeme der Nutztierhaltung) wurden Buchten mit Ferkelschutzkorb (FSK) und sogenannte Bewegungsbuchten (BB) miteinander verglichen. Dort wurden die Muttertiere nur bis fünf Tage nach der Geburt fixiert. Der Versuch fand im Landwirtschaftlichen Bildungszentrum (LBZ) Echem der LWK Niedersachsen statt. Die verschiedenen Abferkelsysteme konnten in unterschiedlichen Umfängen untersucht werden: der FSK in vier Durchgängen mit 25 Versuchstieren, die BB1 (5,4 m² Buchtenfläche) in drei Durchgängen mit 20 Tieren und die BB2 (6,9 m² Buchtenfläche) in drei Durchgängen mit 17 Tieren. Neben den üblichen Leistungsparametern wurde auch die körperliche Konstitution erfasst. Die Beurteilung von Schwellungen am Hinterbein, generelle Hautverletzungen und Schulterläsionen bei Sauen fand beim Ein- und

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Die Gesellschaft fordert mehr Freiraum für säugende Sauen. Im Rahmen einer Masterarbeit an der Georg-August-Universität Göttingen (Abteilung Systeme der Nutztierhaltung) wurden Buchten mit Ferkelschutzkorb (FSK) und sogenannte Bewegungsbuchten (BB) miteinander verglichen. Dort wurden die Muttertiere nur bis fünf Tage nach der Geburt fixiert. Der Versuch fand im Landwirtschaftlichen Bildungszentrum (LBZ) Echem der LWK Niedersachsen statt. Die verschiedenen Abferkelsysteme konnten in unterschiedlichen Umfängen untersucht werden: der FSK in vier Durchgängen mit 25 Versuchstieren, die BB1 (5,4 m² Buchtenfläche) in drei Durchgängen mit 20 Tieren und die BB2 (6,9 m² Buchtenfläche) in drei Durchgängen mit 17 Tieren. Neben den üblichen Leistungsparametern wurde auch die körperliche Konstitution erfasst. Die Beurteilung von Schwellungen am Hinterbein, generelle Hautverletzungen und Schulterläsionen bei Sauen fand beim Ein- und Ausstallen statt. Die Ferkel wurden am Tag 5 und beim Absetzen hinsichtlich Ohr- und Hautverletzungen am Kopf und an den Karpalgelenken sowie generelle Hautverletzungen beurteilt. Hier die wichtigsten Ergebnisse: Die mittleren Wurfgrößen unterschieden sich nicht signifikant. Sie lagen zwischen 15,8 und 16,5 leb. geb. Ferkeln (siehe Übersicht). Saugferkelverluste waren in Bewegungsbuchten häufiger, auch wenn die Unterschiede statistisch nicht absicherbar waren. Sauen in Ferkelschutzkörben wiesen Verluste von 13,3% auf. In Bewegungsbuchten betrugen sie 17,3% (BB1) bzw. 15,6% (BB2). Hinsichtlich der Verlustursachen wiesen die Sauen in Bewegungsbuchten deutlich höhere Erdrückungsverluste (BB1: 52,5% und BB2: 55,0%) gegenüber dem FSK mit 26,5% auf. Die Bonitierung der Schwellung an den Hinterbeinen der Sauen zeigte keine großen Unterschiede zwischen den Systemen. Hautverletzungen verheilten in der Einzelaufstallung. Die Anteile der Sauen mit Schulterläsionen lagen bei 20% (FSK), 25% (BB1) und 29% (BB2) und waren damit insgesamt sehr hoch. Die Tageszunahmen der insgesamt 788 abgesetzten Ferkel wurden ebenfalls ermittelt. Die Gruppenmittel bewegten sich zwischen 223 und 242 g. In der BB1 wiesen die Ferkel die geringsten Zunahmen auf. Vor allem die Unterschiede zwischen der BB1 und der BB2, die sich nur durch das Platzangebot unterscheiden, konnten nicht abschließend geklärt werden. Bei der Bonitur der Ferkel zeigten sich kaum Unterschiede zwischen den Gruppen. Fazit: Tendenziell waren die Saugferkelverluste in der Bewegungsbucht etwas höher als in Buchten mit Ferkelschutzkorb. Im Vergleich zu anderen Ergebnissen aus Abferkelsystemen ohne Fixierung der Sau sind die Unterschiede aber deutlich geringer. Die Bonitierungsergebnisse zeigen zwar keine Unterschiede. Jedoch fiel der Anteil der Tiere mit Schulterläsionen generell zu hoch aus. Somit sind weitere Anpassungen notwendig, um die Saugferkelverluste – insbesondere in Bewegungsbuchten – sowie Schulterläsionen bei Sauen zu reduzieren. Kontakt: Prof. Dr. Imke Traulsen (Imke.Traulsen@uni-goettingen.de), Kai Gevers (kaigevers@web.de). Versuchsbericht in der Originalfassung .