China baut größte Sauenanlage der Welt

Ein chinesisches Unternehmen baut gerade einen Betrieb für 84.000 Sauen.

Aktuell entsteht in der zentralchinesischen Provinz Henan die größte Schweinezuchtanlage der Welt. In 21 mehrstöckigen Gebäuden will der chinesische Schweinegigant Muyuan Foods insgesamt 84.000 Sauen inklusive der Aufzucht halten. Ziel ist eine jährliche Ferkelproduktion 2,1 Mio. Stück. Der Großteil der Stallanlage ist zwar noch im Bau. Seit Anfang September werden aber sukzessive die bereits fertiggestellten Hochhäuser mit Tieren belegt.

Die umgerechnet rund 380 Mio. € teure Farm soll die größte der insgesamt 55 Schweineanlagen werden, die das Fleischunternehmen in den nächsten zwölf Monaten allein in der Provinz Henan bauen möchte. Inklusive dem Ausbau der unternehmenseigenen Schlachtkapazitäten wird das Unternehmen in diesem Zeitraum mehr als 5 Mrd. € investieren und rund 50.000 neue Mitarbeiter einstellen.

Neben Muyuan Foods sind derzeit alle großen chinesischen Schweinefleischproduzenten kräftig am investieren. Denn durch den Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest war die chinesische Schweinefleischproduktion massiv eingebrochen und die Erzeugerpreise erreichten aufgrund der Angebotsknappheit ein absolutes Rekordniveau. Zwar traf die Seuche auch einige Großanlagen der Konzerne. Im Kern führte diese Krise aber zu einem Niedergang der lange Zeit stark vertretenen Hinterhofhaltung, während z. B. Muyuan Foods in den ersten neun Monaten des Jahres einen Rekordgewinn von mehr als 2,6 Mrd. € einfuhr.

Der Trend zu einzelnen Großfarmen mit hunderttausenden Schweinen wird aber auch in China durchaus kontrovers diskutiert. Nicht zuletzt, weil die ASP immer noch regelmäßig in Großanlagen eindringt und dann der gesamte Bestand gekeult werden muss. Zudem gibt es nicht ausreichend qualifiziertes Stallpersonal für solche Anlagen. Die Konzerne argumentieren, dass neue Großbetriebe leichter zu überwachen sind und durch modernste Technik geschützt werden. In der Riesenanlage in Henan z. B. gibt es verschiedene Filteranlagen in der Frischluftversorgung, Futterkomponenten werden vor der Anlieferung im betriebseigenen Futtermischwerk sterilisiert und durch Wärmebildkameras wird stetig überwacht, ob die Tiere Fieber haben.