Markt: Aufschub von über 500.000 Schweinen

Schätzungen zufolge hat sich ein Stau von 540.000 Schweinen gebildet.

Am Schlachtschweinemarkt haben die weiterhin begrenzten Schlacht- und vor allem Zerlegekapazitäten dafür gesorgt, dass der Überhang an schlachtreifen Schweinen weiter zugenommen hat. So belief sich nach Angaben der ISN der Schweinestau Ende Oktober auf etwa 540 000 Tiere. Dabei werden die angelieferten Tiere auch immer schwerer. Der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) zufolge lag das durchschnittliche Schlachtgewicht der Handelsklassen S bis P in der letzten Woche bei 98,8 kg Schlachtgewicht (SG). Zu berücksichtigen ist hier, dass Schlachtschweine mit mehr als 110 kg SG nicht mehr in der Statistik des Ministeriums erfasst werden und herausfallen.

Genauso besorgniserregend ist die Lage auf den Sauenbetrieben. Neben den Mästern, die nicht aufstallen können, weil sie auf ihren Schlachttieren sitzen bleiben, fällt die Einstallbereitschaft generell immer überschaubarer aus. Zu groß ist bei vielen Mastbetrieben die Verunsicherung, was die Marktentwicklung angeht. Nicht zuletzt durch den jüngst bestätigten ASP-Fall in Sachsen.

Die VEZG konnte zwar die Notierung nach Rücksprache mit der roten Seite in der vergangenen Woche auf dem Krisenniveau von 1,27 €/Idx halten. Wie sich die Lage in den nächsten Wochen entwickeln wird hängt jetzt jedoch maßgeblich davon ab, ob die Politik und die Behörden endlich am Hochfahren zentraler Schweineschlachthöfe arbeiten. Denn saisonal bedingt nimmt das Lebendangebot an Schlachtschweinen zu und die Schlachtgewichte werden weiter steigen.

Marktseitig wird der Fleischabsatz an den Lebensmitteleinzelhandel indes als stetig bezeichnet. Der nun angelaufene Lockdown wird hier erfahrungsgemäß für weitere Impulse sorgen, weil sich der Konsum durch die geschlossenen Gastronomiebetriebe in den häuslichen Bereich verlagert. Auch der Export sorgt weiterhin für Entlastung. Mit den günstigen Einkaufspreisen können die deutschen Exporteure in wichtigen europäischen Märkten Fuß fassen. Gleichzeitig können andere Länder, wie Spanien, Dänemark oder die Niederlande große Mengen nach Asien ausführen. Das wiederrum schafft Raum im EU-Binnenmarkt.