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Schweinepreise: China-Effekt bleibt

Dr. Frank Greshake, LWK NRW

Wer hätte das gedacht: Über Jahrzehnte haben die Schlachtunternehmen deutschen Schweinehaltern die niedrigen Preise auf dem Weltmarkt vorgehalten. Und nun bekommt China, ehemals verantwortlich für knapp 50 % der weltweiten Schweineproduktion, eine Tierseuche nicht in den Griff und die Preise am Weltmarkt gehen durch die Decke.

Der Globus – speziell was die Schweinehaltung angeht – ist mittlerweile ein Dorf, inklusive der Seuchen. Die Konsequenz: In den großen deutschen Schlachtkonzernen wird im Dreischichtsystem Richtung Asien abgefertigt. Es fehlt an Personal und logistischen Möglichkeiten, noch mehr zu versenden.
Unser Schweinepreis steigt auf erfreuliche Höhen und er könnte noch höher sein. Weil hierzulande chinesische Delegationen eher stiefmütterlich behandelt werden und auch auf ministerieller Ebene das Exportthema nicht hoch genug gehängt wird, fehlen unseren Mästern aktuell mindestens 5 € am Schwein.
Zwar haben gerade die Unternehmen Danish Crown und Westfleisch für je einen Standort die Pfötchen-Zulassung für China erhalten. Doch gegenüber den Spaniern, Dänen und Niederländern sind wir nach wie vor im Hintertreffen. Dies gilt sowohl hinsichtlich der Anzahl der Exportzulassungen als auch für die Breite der zugelassenen Produktpalette.
Wie geht die Hausse weiter? Sicher ist, dass der asiatische Raum die ASP-Probleme nicht binnen zwei bis drei Jahren in den Griff bekommt. Jetzt sind die Ferkel- und Schweinepreise erst einmal gut – kleinere oder größere Dellen zu Weihnachten nicht ausgeschlossen. Die Preisperspektiven für 2020 sind aber schlicht positiv.
Was ist zu tun? Die biologischen Leistungen auf hohem Stand halten sowie reparieren und renovieren, wenn schon Bauanträge nicht durchzukriegen sind. Finanziell die alten Löcher stopfen – die 1,36 € von letztem Jahr lassen noch grüßen!
Ferner schon mal darüber nachdenken, wie man Liquidität für irgendwann kommende Preistäler sichert. Das ist zwar nach deutschem Steuerrecht ein Problem – doch niedrige Kontostände sind ein größeres!
Und bei Swine-Tüns – dem heiligen Antonius – ein Kerzchen anzünden, dass die ASP bitte da bleibt, wo sie ist! SUS 6-2019