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Köllitsch

[5] Liegeverhalten zeigt Wohlbefinden an Digital Plus

Tierhalter sollen durch betriebliche Eigenkontrollen sicherstellen, dass die Anforderungen an eine tiergerechte Haltung eingehalten werden. Dies wird im Tierschutzgesetz §11 (8) vorgeschrieben. Dazu müssen geeignete Tierwohlindikatoren gefunden werden, die möglichst einfach zu erfassen und objektive Informationen über die Haltungsverhältnisse liefern. Eignet sich das Liegeverhalten als Tierwohlindikator und kann der tägliche Stalldurchgang als Tierwohlerfassung gewertet werden? Dazu hat das LfULG Köllitsch im Rahmen eines Projektes über zwei Jahren 3108 Beobachtungen an 354 Sauen in unterschiedlichen Haltungsbereichen dokumentiert

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Tierhalter sollen durch betriebliche Eigenkontrollen sicherstellen, dass die Anforderungen an eine tiergerechte Haltung eingehalten werden. Dies wird im Tierschutzgesetz §11 (8) vorgeschrieben. Dazu müssen geeignete Tierwohlindikatoren gefunden werden, die möglichst einfach zu erfassen und objektive Informationen über die Haltungsverhältnisse liefern. Eignet sich das Liegeverhalten als Tierwohlindikator und kann der tägliche Stalldurchgang als Tierwohlerfassung gewertet werden? Dazu hat das LfULG Köllitsch im Rahmen eines Projektes über zwei Jahren 3108 Beobachtungen an 354 Sauen in unterschiedlichen Haltungsbereichen dokumentiert. Dazu die wichtigsten Ergebnisse: Im Mittel aller Beobachtungen lagen 67 % der Sauen in gestreckter Seitenlage, 14 % in Halbseitenlage und 12% in Bauchlage. In 7 % aller Fälle standen die Sauen oder nahmen eine sitzende Haltung ein. Auf 24 Stunden abzüglich der Fresszeiten hochgerechnet ergeben sich folgende Zeitfenster: 17:17 Stunden gestreckte Seitenlage, 2:10 Stunden Halbseitenlage; 2:53 Stunden Bauchlage und 1:41 Stunden Sitzen/Stehen. Diese durch Beobachtung des gesamten Tierbestandes ermittelten Werte decken sich mit aufwendigen 24-Stunden-Videoanalysen von Einzeltieren in der Literatur. Als Einflussfaktoren auf das Liegeverhalten werden das Reproduktionsstadium (güst, laktierend) die Haltung (Kastenstand, Abferkel-, Bewegungsbucht) und die Genetik bzw. Gesundheitsstatus identifiziert (s. Übersicht). Diese müssen vom Tierhalter beim Stallrundgang entsprechend richtig eingeordnet werden, vor allem um frühzeitig Warnhinweise auf mögliche Störungen im Vorfeld zu bekommen. Fazit: Das Liegeverhalten ist ein wichtiger Tierwohlindikator. Es qualifiziert die Haltungstechnik und ist unter Berücksichtigung weiterer Merkmale wie Laktationsstadium oder körperliche Unversehrtheit vor allem zur Bewertung von Tiergesundheit geeig-net. Eine sorgfältige Tierbeobachtung wie sie beim Stalldurchgang als Momentaufnahme praxisüblich ist, führt zu vergleichbaren Ergebnissen wie aufwendige 24-Stunden-Videoanalysen. Kontakt: Eckhard.Meyer@smul.sachsen.de