Raufutter gegen Magengeschwüre (Video)

Mirjam Holinger vom FiBL untersuchte die Auswirkungen von Raufutter auf das Verhalten und die Gesundheit der Tiere.

Mastschweine leiden oft unter Magengeschwüren. Zudem neigen sie dazu, einander gegenseitig die Ringelschwänze an- oder sogar abzuknabbern. Bei nicht kastrierten männlichen Schweinen stellt sich zudem die Herausforderung, dass sie etwas aktiver und aggressiver sind als kastrierte Schweine. Deshalb ist die Gruppenhaltung von Ebern, die eine Alternative zum Kastrieren von männlichen Ferkeln sein könnte, schwierig.

Herkömmliches Schweinefutter ist von feiner und homogener Struktur. Dies ist optimal für die Futterverwertung, ermöglicht aber keine artgerechte Futteraufnahme und kann Magengeschwüre verursachen. Die zusätzliche Gabe von Raufutter könnte das Auftreten von Magengeschwüren und unerwünschtem Verhalten möglicherweise reduzieren.

Mirjam Holinger vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau FiBL untersuchte in ihrer Doktorarbeit an der ETH Zürich die Auswirkungen einer täglichen Zufuhr von Raufutter in Form von Grassilage auf das Verhalten und die Gesundheit von kastrierten und nicht kastrierten Mastschweinen.

Die Experimente zeigen, dass Schweine, die permanenten Zugang zu Raufutter haben, deutlich mehr Zeit mit Fressen verbringen – dies im Vergleich zu Schweinen, die nur mit fein gemahlenem Konzentratfutter ohne Raufutter gefüttert werden. Der Zugang zu Raufutter hat Magengeschwüre reduziert und so die Gesundheit der Schweine verbessert. Ausserdem sind gegenseitige Schwanzmanipulationen zurückgegangen. Dieses Verhalten, welches zu Schwanzverletzungen führt, ist in der herkömmlichen Schweinehaltung ein grosses Problem.

Die positive Wirkung des Raufutters zeigte sich auch in einem Praxisversuch auf 6 Bio-Schweinemastbetrieben. Auch dort konnten Magengeschwüre reduziert werden.

Ein Videointerview mit Dr. Mirjam Holinger